Anpfiff! Die Aktien mischen bei der EM mit

Zum Anpfiff der Fußball-Europameisterschaft in Frankreich entdecken auch Aktienhändler die Lust am runden Leder. Doch nicht nur Sportartikelhersteller können von der EURO-Phorie profitieren.

Anpfiff! Die Aktien mischen bei der EM mit

Fußball erfordert strategisches Denken. Auch beim Aktienhandel.

Pünktlich zum Start der Fußball Europameisterschaft in Frankreich machen sich einige Analysten Gedanken darüber, welche Aktien von dem sportlichen Großereignis denn so profitieren könnten. Da geraten natürlich zunächst Sportartikel-Hersteller, aber auch der einschlägige Einzelhandel ins Blickfeld, z. B. Adidas (ISIN DE000A1EWWW0) oder der größte britische Sport-Einzelhändler Sports Direct (ISIN GB00B1QH8P22). Während die Anleger bei Adidas das Spiel offenbar schon gemacht haben (+30 Prozent seit Jahresbeginn), muß Sports Direct noch ein paar Tore schießen. Der Titel hat heuer knapp 40 Prozent eingebüßt.

Bei so einer EM darf natürlich die Geselligkeit nicht zu kurz kommen, und damit landen wir rasch bei den Brauereien. Anheuser-Busch InBev (ISIN US03524A1088) und Heineken (ISIN NL0000009165) sind Branchenriesen mit Sitz in Europa, die jeweiligen Aktien sind seit Jahresbeginn praktisch unverändert und haben sich damit ganz gut geschlagen. Ebenfalls von dem Turnier profitieren könnte die europäische Billigfluglinie EasyJet (ISIN GB00B7KR2P84), die allerdings heuer mit Gegenwind zu kämpfen hat. Die Aktie hat seit Jahresbeginn 16 Prozent eingebüßt.

Wenn man einen anderen Ansatz verfolgen will, könnte man sich jene Unternehmen ansehen, die die EM 2016 sponsern. Dabei fällt auf, dass immer mehr Namen aus den Emerging Markets auf der Liste aufscheinen. Neben „Klassikern“ wie Coca Cola (ISIN US1912161007), McDonald’s (ISIN US5801351017), Adidas und der dänischen Brauerei Carlsberg (ISIN DK0010181676) gehören auch Turkish Airlines (ISIN TRATHYAO91M5) , der chinesische Eletronikhersteller Hisense (ISIN CNE000000PF3 ), Hyundai Motors (ISIN KR7005383005) und die aserbeidschanische Ölgesellschaft SOCAR (ISIN XS0744126961) zu den Sponsoren der EM 2016. Interessant ist in dem Zusammenhang, dass Heineken und Budweiser (Anheuser-Busch InBev) die EM nicht sponsern, trotzdem aber stark mit dem Turnier assoziiert werden. Im Fall von Heineken strahlt offenbar das Sponsoring für die Champions League auch auf die EM ab.

Abschließend noch eine Überraschung: die Redakteure von CNBC haben die Kursentwicklung europäischer Aktien während vergangener Fußball Europameisterschaften auf Sektoren-Basis gescreent und kommen dabei zu dem überraschenden Schluss, dass weder Einzelhandel noch Brauereien oder sonst ein genannter Sektor am besten abschneiden. Die größte Outperformance zeigen Pharmawerte, also ein klassischer Defensiv-Sektor. Offenbar ist auch an der Börse während einer EM die Abwehr spielentscheidend...


Monika Rosen ist Chefanalystin, Bank Austria Private Banking.
Twitter: @Monika_Rosen


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