Apple auf dem Weg zur 1000 Milliarden Dollar Company

Der US-IT-Konzern hat zuletzt die Erwartungen leicht unterschritten. Und dennoch ist die Begeisterung an der Börse ungebrochen. Auch nach der Bekanntgabe der Ergebnisse zeigt der Aktienkurs nach oben. Und es gibt gleich eine Handvoll positiver Eckdaten für das iPhone 8, das ab Herbst die Erlöse wieder steigern sollen.

Apple auf dem Weg zur 1000 Milliarden Dollar Company

Der Aktienkurs von Apple kennt derzeit nur eine Richtung: Er eilt von einem Höchstkurs zum anderen, unterbrochen von gelegentlichen kleineren Rücksetzern, die binnen weniger Tage egalisiert werden und wieder zu neuen Rekordhöhen führen. Apple ist seit der vorigen Nacht erstmals über 800 Milliarden Dollar an der Börse wert. Bei einem Kurs von 153 Dollar kommt Apple auf ein Market Cap von 811 Milliarden Dollar.

Letzter Impulsgeber war kein geringere als der Starinvestor Warren Buffet, der das Unternehmen in höchsten Tönen lobte. Buffet findet offenbar immer mehr Gefallen an Unternehmen der IT-Branche, hatte er Investments in dieser Branche lange Jahre schlichtweg gemieden. Bei Google hatte er hingegen den Zeitpunkte eines Einstieges verpasst, das Potenzial des Unternehmens gar lange verkannt. "Ich bin überrascht, wie die Leute immer wieder Apple kaufen", sagt Buffet. Apple könne jeden Preise verlangen, auch wenn es vergleichbare Geräte zu niedrigeren Preisen gibt. Das mach für ihn die Vergleichbarkeit einfacher. Im Jänner 2017 hatte er erst bekanntgegeben, im Herbst 2016 sein Aktienpaket bei Apple auf einen Wert von rund 18 Milliarden Dollar verdoppelt zu haben. Zur Frage, ob er weiter zukaufen würde, hielt er sich im Interview mit CNBC bedeckt: "Vielleicht, vielleicht aber auch nicht." Jedenfalls verkauft hat er zwei drittel seiner IBM-Aktien. Das IBM-Paket dürfte nur noch mit rund 7,6 Milliarden Dollar in den Büchern stehen.

Aber nicht nur Buffet mit seinem Finanzimperium Berkshire Hathaway finden Gefallen an Apple. Auch auf Seiten der Analysten scheint die Freude zu überwiegen, auch wenn Kritiker im Moment bei Apple nicht gerade die große Innovation am Fenster sehen. Und die jüngsten Ergebnisse die Erwartungen nicht punktgenau getroffen haben.

Vergessen scheinen die Sorgen darüber, dass die Erfolgsstory von Apple zu Ende sei oder zumindest eine Pause einlegen könnte. Die Umsätze waren im abgelaufenen Quartal mit 52,9 Mrd. Dollar leicht unter den prognostizierten 53,1 Milliarden. Die Margin ging im Vergleich zum Vorjahresquartal um 0,5 Punkte auf 38,9 Prozent zurück. Und das Top-Produkt iPhone hatte sich auch nicht so verkauft, wie es am Reißbrett vor dem Quartal ausgerechnet wurde. Nur 50,8 statt prognostizierter 51,4 Millionen der hochpreisigen Smartphones wurden verkauft. Und der Verkauf vom Tablet-RComputer iPad ging um satte 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr zurück.

Die nicht gerade berauschenden Zahlen dürfte die Investoren geschluckt haben. Der Blick der Börsianer gilt freilich immer der Zukunft. Und im zehnten Jubiläumsjahr des iPhones bringt Apple einmal mehr ein neues Modell auf den Markt. Das iPhone 8 soll mit neuem Design und neuen Funktionen einen neuen Kick geben, was für Apple auch dringend notwendig ist. Vor allem in China hatte Apple zuletzt ausgelassen. Der Umsatz war im abgelaufenen Quartal um über 14 Prozent unter dem des Jahres. Auch in China warten angeblich Apple-Nutzer und Neukunden auf das neue iPhone 8, das in der teuersten Ausfertigung immerhin rund 1000 Dollar kosten wird.

Vorgezogener Produktionsbeginn

Meldungen zufolge sollen die Bestellungen für das neue iPhone 8 nicht schlecht laufen. Daher haben drei Apple-Zulieferer die Produktion von Komponenten für das iPhone 8 bereits um vier Wochen vorgezogen, was die Analysten als positives Zeichen werten.

Dies wird aber auch notwendig sein. Das iPhone hatte in den vergangenen Jahren immerhin rund zwei Drittel des Gesamtumsatzes eingespielt. Apple hat es hier wie kaum ein anderer Smartphone-Hersteller geschafft, den Preis und somit die Marge hoch zu halten. Letzteres konnte zuletzt sogar noch erhöht werden.

Neben Buffets Botschaft hatte die doch erhöhte Nachfrage auch bei ersten Analysten eingeschlagen. Auch beim Börsenkurs scheint es weiterhin noch Luft nach oben zu geben. Die 1-Billion-Dollar-Grenze ist für manche Experten nicht außer Reichweite, auch wenn der Aktienkurs von Apple noch ein gut gehäuftes Schäuferl auf 188,66 Dollar drauf legen müsste. Ersten Analysten haben die magische Grenze schon auf ihrer Rechnung. Die Analysten von Drexel Hamilton haben diese Woche das Kursziel bereits um 17 Dollar auf 202 Dollar bis zum Jahr 2018 in Aussicht. Apples Börsenwert würde somit über 1 Billion (1000 Milliarden) Dollar an der Börse wert sein. Konkret: 1070 Milliarden Dollar (1,07 Billionen Dollar). Mega-Opitmisten glauben sogar an einen Kurst von bis zu 250 Dollar binnen der kommenden 18 bis 24 Monate.

Dass Apple bis 2019 rund 300 Milliarden Dollar an die Aktionäre ausschütten will, hat hingegen nicht gestört. Starinvestor Buffet gilt ja nicht als großer Freund von Ausschüttungen. Dennoch hatte Apple CEO Tim Cook Anfang Mai bei der Bekanntgabe der Ergebnisse damit aufhorchen lassen.

Gespannt sein darf man auch auf die US-Steuerpolitik. Sollten tatsächlich die Unternehmenssteuern in den USA sinken, wie es US-Präsident Donald Trump angekündigt hat, könnte Apple einen Teil seiner im Ausland geparkten Guthaben eventuell steuerschonend repatrieren. Apple hat derzeit 257 Milliarden Dollar auf der hohen Kante. Reuters zufolge sollen 93 Prozent des Guthabens im Ausland geparkt sein.

In weiterer Folge wird es für Apple dennoch entscheidend sein, wie sich die Zukunftsprojekte entwickeln. Dass Apple sich als Autobauer inszenieren wird, dürfte eher kaum der Fall sein. Was aber nicht heißt, dass Apple beim Zukunftsthema "Autonomes Fahren" nur Zuschauer sein wird. Als Autobauer à la Tesla dürfte der IT-Konzern außen vor sein. Apple hat sich dennoch entsprechende Lizenzen geholt, um etwa in Kalifornien Test mit selbstfahrenden Autos durchzuführen. Und dabei geht es in erster Linie um Soft- und nicht um eine eigene Hardware.

Gleichzeitig forciert Apple das Geschäft mit Business Software, das bereits 25 Milliarden Dollar schwer ist. Im Jahr 2016 ist dieser Bereich um 40 Prozent gewachsen. Apple CEO Cook: "Das ist ein Haupttreiber unseres Wachstums für die Zukunft." Dabei kooperiert Apple mit IT-Schwergewichten wie Cisco, IBM, SAP sowie dem Beratungsunternehmen Deloitte.

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