Amazon ist der Superstar der FAANG-Aktien

Amazon ist der Superstar der FAANG-Aktien

Gründer und CEO Jeff Bezos hat Amazon nun an der Spitze. Die Internetcompany ist nun wertvoller als Microsoft und Apple - und Star der Aktienbörsen.

Die Aktien der großen fünf IT-Konzerne, Facebook, Amazon, Apple, Netflix sowie Google waren in den vergangenen Jahren Aufsteiger an der Börse. Doch seit Herbst hat der Börsenkurs der fünf Vorzeigekonzerne geschwächelt. Amazons Kurs zieht nun wieder an. Uneins sind sich die Experten, wohin die Reise an den Börsen führt. Warren Buffett dürfte dabei auch eine Rolle spielen.

Jahrelang geliebt, nun fast verschmäht: die sogenannten FANG-Aktien waren i den vergangenen fünf Jahren zu den Börsenlieblingen der Anleger geworden. Das Akronym FANG ist die Abkürzung für Facebook, Amazon, Netflix und Google (Alphabet). Von einigen Analysten wurde das Quartett mit Apple zum FAANG-Quintett. Nicht nur, dass die Papiere vor allem Tech- und medienaffine Anleger angesprochen haben in die Papiere zu investieren, weil die Papiere dieser US-Companys besonderes Wachstum versprochen hatte. Die Vier bzw. fünf Großen waren über die vergangenen Jahre vor allem auch Indikator für die US-Börsen, hier vor allem auch für den S&P500-Index.

Apple, Google und nun Amazon gaben auch bis zuletzt bei der Rangliste der wertvollsten Unternehmen den Ton an. Apple brachte es im Sommer auf einen Börsenwert von über 1 Billion Dollar. Microsoft nicht zur FAANG-Gruppe hinzugezählt wurde, sowie Amazon waren in der Zwischenzeit an Apple vorbeigezogen. Online-Buchhändler konnte trotz der Schwäche der FAANG-Aktien zuletzt wieder zulegen und führt mit heutigem Tag die Rangliste der wertvollsten Unternehmen an. Amazon (AMZN / US0231351067) notiert mit einem Börsenwert von 797 Milliarden Dollar auf Rang 1. Microsoft (MSFT / ), das erst im November die Spitze übernommen hatte, kommt auf 783 Milliarden Dollar. Der Google-Mutterkonzern Alphabet (GOOG / US02079K1079) kommt auf Rang 3 mit 748 Milliarden Dollar. Langzeitspitzenreiter Apple (AAPL / US0378331005) notiert nur noch bei 702 Milliarden Dollar nachdem im Oktober 2018 noch eine Börsewert von über 1 Billion Dollar notiert wurde.

Facebook (FB / US30303M1027) bringt es in der Rangliste auf einen Börsewert von 410,9 Milliarden Dollar. Netflix, Inc. (NFLX / US64110L1061) kommt auf 137,6 Milliarden Dollar

Die Börselieblinge konnten den Rücksetzer an den Aktienmärkten nicht verhindern. Lichtblick ist nun Amazon.

Die vier Börsenlieblinge waren lange Zeit der Treiber vor allem an den US-Börsen. Die FANG-Aktien (hier ohne Apple) haben über 550 Mrd. Dollar verloren. Das ist zum Beispiel deutlich mehr, als die gesamte Marktkapitalisierung der großen drei deutschen Autohersteller BMW, Daimler und VW. Die drei deutschen Flaggschiffe kommen zusammen auf rund 200 Mrd. Dollar Börsenwert.

Die Auswirkungen von Schwankung der FANG-Aktien auf den Gesamtmarkt sind demnach enorm. Und bringt laut Schoellerbank eine "Gruppendynamik", die gleich in beide Richtungen führt: Sowohl nach oben als auch nach unten.

Die FAANG-Aktien haben aber auch für andere Technologiekonzerne – wie etwa Microsoft, Cisco oder auch SAP - eine Leitfunktion, was auch bei ihnen zu deutlichen Kursgewinnen führte. Unter anderem Dank Hochkonjunktur, sowie weiteren Geschäftsaussichten. Aber auch das Engagement etwa von prominenten Anlegern à la Warren Buffet hat Signalfunktion. Die 88jährige Investorenlegende gilt mit seiner Investmentcompany Berkshire Hathaway als einer der wichtigsten Großaktionäre etwa von Apple. Buffett hatte lange Jahre ausschließlich Old Economy-Werte insbesondere aus der Konsumgüterindustrie im Depot.

Die neue Internetwelt hatte sich bis dato bei ihm am Depot nicht niedergeschlagen, was auch mit der langfristigen Ausrichtung des US-Starinvestors zu tun hat. IBM hatte Buffett sogar abgestoßen. Bei Apple war erst Anfang 2016 eingestiegen und hatte sukzessiv zu gekauft. Zu Preisen von 93 bis 110 Dollar hatte er Apple-Aktien gekauft. Apple ist das Schwergewicht in seinem Depot. Die 252 Millionen Apple-Aktien bedeuten rund 25 Prozent seines Depot, in dem er noch weitere 14 größere Aktienpositionen anderer US-Unternehmen hält. Der Rücksetzer kostet Buffett nun rund 36 Milliarden Dollar - rein buchtechnisch.

Doch seit September kennen die FAANG-Papiere nicht nur die Aufwärtsdynamik. Seit November geht es bergab mit den Aktienkursen der Börselieblinge. Und nachdem Apple in der Vorwoche bekannt hatte, die Umsatzprognose um runde 5 Milliarden Dollar zu verfehlen und bestenfalls Erlöse von immerhin noch 84 Milliarden Dollar (im Quartal) zu erzielen, waren die Investoren geradezu geschockt.

Zudem hat Facebook neuerlich mit Anschuldigungen wegen Datenskandalen zu kämpfen sowie mit rückläufigen Nutzerzahlen. Bei Netflix sind sich die Analysten nicht einig, ob das Wachstumstempo so weiter gehen wird. Und Google hat mit dem Scoial Media-Dienst Google+ endgültig versagt. Zudem rückt dem Konzern die EU-Wettbewerbsbehörde wieder auf die Pelle. Und Amazon hat alle Jahre wieder mit Streiks zu kämpfen wegen Kollektivverträgen und zum Teil unzumutbaren Arbeitsbedingungen. S

Die Unsicherheitsfaktoren

Der Handelskrieg mit China, Apples Absatzschwierigkeiten aufgrund der Trump’schen Zollpolitik, haben im Reich an der Mitte die Konsumfreude auch der zahlungskräftigen Kunden gedämpft. Apple hatte zuvor auch bereits angekündigt, dass die Verkauf in Indien unter den eigenen Erwartungen sei.

Uneins sind sich die Experten, wo die Reise an den Börsen hinführt. Von einer notwendigen Korrektur, einem zu erwartenden Rücksetzer, weil die (Hoch-) Konjunktur vorbei sei und das Wachstum vor allem bereits etwas nachlässt ist die Rede. Doch die derzeitigen Unsicherheiten infolge des Handelskrieges zwischen China und den USA bis hin zu überschätzten Geschäftsmodellen und Umsatzprognosen ist die Rede. Noch kürzlich wurde die Zinswende als Argument herangezogen, die das Investment vor allem in Aktien nicht mehr so attraktiv machen würde. Doch sind sich auch hier die Experten nicht mehr so sich, ob die Notenbanken die Zinsen erhöhen wird. Letzte Äußerungen der Fed deutescn daraufhin, dass dies nicht in dem Umfang und vor allem nicht so schnell passieren würde, wie noch im Spätsommer angenommen wurde.

Und auch die Optimisten der Aktienmärkte geben nicht so schnell w.o.. Manche wollen nur von einer temporären Pause des Kursfeuerwerks sprechen, das nach nach Einigung der zur Zeit stattfindenden Verhandlungen zwischen China und USA wieder befeuert werden kann. Da können auch die Beurteilungen anderer Banker nicht beeindrucken, die schon im Dezember erklärten, dass sie etwa von den Börsenlieblingen FAANG die Finger gelassen haben. Die Spängler Bank hat in ihrem Aktienbrief Anfang Dezember erklärt, gar keine FAANG-Aktien im Portfolio bei Spängler IQAM Invest zu haben, nachdem die Papiere im Herbst kräftig nachgelassen hatten. Und sieht sich freilich aufgrund der Unsicherheiten, die von so gut wie jedem einzelnen Papier ausgeht und anhand des schon lange andauernden und nun langsam zu Ende gehenden Expansionszyklus der US-Wirtschaft bestätigt.

Nachdem in der Vorwoche Apple nochmals kräftig verloren hatte, kam es Ende der Vorwoche wieder zu Nachfragesteigerungen vor allem bei den FAANG-Papieren. Die Schoellerbank interpretierte dies mit dem Konjunkturprogramms der chinesischen Regierung, aber auch mit den erfreulichen US-Arbeitsmarktdaten, die eine Talfahrt zumindest gebremst hatte. Selbst die geschröpfte Apple-Aktie konnte leicht zulegen. Aber die Nachfrage nach Amazon-Aktien hatte besonders herausgestochen und bis heute das Unternehmen nach Börsenwert zum an die Spitze gehievt. Und auch jüngste Äußerungen über die Zinspolitik, wo eine Zinssteigerung noch länger auf sich warten lässt, könnten den Optimisten in die Hände spielen.

Investmentbanker Bert Flossbach vom deutschen Vermögensverwalter Flossbach von Storch lässt sich von der zur Zeit vorherrschenden Volatilität daher kaum beeindrucken. Im Interview mit dem "Handelsblatt" hat der Ex-Goldman Sachs-Banker für die Aktienmärkte eine rosige Zukunft prognostiziert. „Seit dem Sommer haben wir die Aktienquote in unserem Multiple-Opportunities-Fonds von 66 auf 72 Prozent erhöht. Langfristig sehen wir wenig Alternativen zu Aktien“, sagt Flossbach, der seit 20 Jahren seine eigene Investmentcompany führt.

Vor allem dem deutschen Aktienindex DAX gibt er eine optimistische Entwicklung. „In zehn Jahren steht der DAX über der Marke von 20.000 Punkten, da bin ich mir relativ sicher. Fast die Hälfte des Anstiegs resultiert dabei allein aus den Dividenden.“ Noch schwächelt auch der DAX, der nach Weihnachten so tief wie seit zwei Jahren nicht gestanden hatte. Nach leichter Erholung notiert der deutsche Leitindex derzeit bei 10.836 Punkten.

Und Amazon? Der im Jahr 1994 als von Jeff Bezos gegründete Online-Buchhändler hat noch einige Asse in der Hinterhand. Und will sein Portfolio als Internetkonzern weiter ausweiten. Drohende Ermittlungen der EU-Kommission wegen Wettbewerbsverzerrung dürften die Anleger wohl kaum verblüffen, auch wenn es eine Milliarden-Strafe hagelen würde. Genauso wie Google könnte Amazon das mit den saftigen Gewinnen locker wegstecken.

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