Aktienrallye: Märkte weiter auf Rekordkurs

Aktienrallye: Märkte weiter auf Rekordkurs

Die Anleger sind in Laune: Der Dow Jones hält die Rekordmarke von 25.000 Punkten.

Die Jahresendrallye 2017 ist zwar ausgefallen, aber gleich in der ersten Woche des Jahres 2018 zogen die Börsen wieder kräftig an. Der US-Aktienindex Dow Jones übersprang erstmals in seiner Geschichte die 25.000-Punkte-Marke. Auch die Börsen außerhalb der USA zogen nach.

Das Jahr 2018 begann gleich mit einer kräftigen Aktienrally an den Börsen: Der US-Leitindex Dow Jones hat am Donnerstag, den 4. Jänner erstmals in seiner Geschichte die 25.000-Punkte-Marke übersprungen. Die gute Stimmung an der Wall Street färbte ab: Auch die Börsen in Japan, Deutschland und der Schweiz folgten dem US-Vorbild und verzeichneten weitere Zuwächse. Etwas schwächer war die Tendenz an der Wiener Börse, die gegen den Trend nur knapp im Plus lag. Im Verlauf der ersten Börsenwoche 2018 hat der ATX immerhin bislang auch knapp vier Prozent an Wert zugelegt. Schlusskurs der ersten Woche: 3.550 Punkte.

ATX, 2-Jahres-Entwicklung; Schlusskurs vom 5. Jänner 2018: 3.550 Punkte. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

ATX, 2-Jahres-Entwicklung; Schlusskurs vom 5. Jänner 2018: 3.550 Punkte. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Nachdem der Dow Jones am Donnerstagabend mit 25.073,55 Punkten sein Alltime-High erreicht hatte, hielt der Aufwärtstrend am Freitag munter weiter an. Zum Redaktionsschluss lag der Dow bereits bei 25.164 Punkten.

Dow Jones Industrial Average Index; 2-Jahres-Verlauf; Stand vom 5.1.2017: 25.164 Punkte; für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Dow Jones Industrial Average Index; 2-Jahres-Verlauf; Stand vom 5.1.2017: 25.164 Punkte; für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart.

Der Höhenflug färbte auch auf die asiatischen Aktienmärkte ab. Die Kauflaune zeigte auch an der Tokioter Börse nach oben. Der japanische Leitindex Nikkei ist am Freitag, den 5. Jänner 2018 um 0,6 Prozent auf 23.640 Punkte gestiegen. Damit notierte er so hoch wie seit rund 26 Jahren nicht mehr. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans legte 0,5 Prozent zu und näherte sich seinem Rekordhoch von 2007 an.

In Frankfurt hat der Dax ebenso den Schwung aus den USA und Asien mitgenommen. Der Aktienindex notierte am Freitag bei über einem Prozent bei 13.302 Punkten. Der Schweizer Leitindex SMI erreichte mit 9.557,06 Punkten ebenfalls ein neues Allzeithoch und knackte damit die seit mehr als zehn Jahren bestehende Bestmarke aus dem Sommer 2007.

Wirtschaftsoptimismus beflügelt Märkte

Mit Spannung hat man an den Börsen vor allem die US-Arbeitsmarktdaten beobachtet, die der Börse weiterhin Schwung mitgeben könnte. Der Arbeitsmarktbericht brachte jedoch keine Überraschung. Die Arbeitslosigkeit ist in den USA im Dezember zum zweiten Mal in Folge unverändert bei 4,1 Prozent und damit auf dem tiefsten Stand seit fast 17 Jahren. Allerdings wurden weniger neue Jobs geschaffen als erwartet, während die Löhne und Gehälter wie im Durchschnitt geschätzt etwas stärker gestiegen sind.

Die Panne mit den fehlerhaften Computerchips, die gleich mehrere Generationen von Computern anfällig für Cyberattacken macht, hatten der Entwicklung an der Börsen auch am Tag nach Bekanntwerden des Schlamassels nicht geschadet. Chiphersteller Intel (ISIN US4581401001), der hauptverantwortlich für das Desaster ist, könnte sogar noch von seiner selbst produzierten Fehler profitieren, da Unternehmen womöglich weit früher alte Computer austauschen werden.

Einzig das Defizit in der US-Handelsbilanz sorgt für eine Überraschung. Im November hat es sich überraschend deutlich ausgeweitet. Der Fehlbetrag ist um 1,6 Milliarden Dollar auf 50,5 Milliarden US-Dollar gestiegen. Analysten hatten mit einem Defizit von 49,9 Milliarden Dollar gerechnet.

Das Futter für den Konjunkturoptimismus

Die Aufwärtstendenz an den Börsen dürfte zumindest vorerst anhalten. Größere Kurszuschläge seien vorerst jedoch nicht zu erwarten, sagt Anlage-Experte Joachim Goldberg von der Beratungsfirma Goldberg und Goldberg. "Gemessen an den Pegelständen der vergangenen Monate kann der Optimismus von heute als moderat bezeichnet werden. Dies bedeutet nach der herkömmlichen Lesart, dass der DAX von den heimischen Investoren keinen allzu großen Gegenwind erwarten dürfte."

Entscheidend werden auch die Konjunkturdaten sein, die in den nächsten Wochen veröffentlicht werden. Die Auftragseingänge der deutschen Industrie sowie die europäischen Einzelhandelsumsätze und das Barometer für die Stimmung in den Unternehmen aus der Eurozone werden kommende Woche am Montag präsentiert. Am Dienstag folgt die deutsche Industrieproduktion. "Die deutsche Wirtschaft wächst weiter sehr ordentlich", urteilt Commerzbank-Analyst Marco Wagner. "Auch deshalb dürfte für die Gesamtwirtschaft im vergangenen Jahr sowie 2018 jeweils ein Wachstum von deutlich mehr als zwei Prozent zu Buche stehen."

Weiter Optimismus sollten die Einzelhandelsumsätze aus den USA verbreiten. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft. Zusammen mit den gleichzeitig vorgelegten Inflationsdaten erhoffen sich Börsianer Rückschlüsse auf Zeitpunkt und Tempo der erwarteten US-Zinserhöhungen. Aufgrund der in den USA gesunkenen Benzinpreise dürfte der Preisanstieg allerdings bei unterdurchschnittlichen 0,1 Prozent liegen.

Der Ölpreis gibt leicht nach

Die Dynamik beim Ölpreis wurde am Freitag gestoppt. Die starken Preiszuwächse der vergangenen Tage wurden etwas eingebremst. Gegen 17 Uhr kostete ein Barrel (159 Liter) der Ölsorte West Texas Intermediate (WTI) 61,70 Dollar und damit um 0,50 Prozent weniger als am Donnerstag.

Der Future auf ein Barrel der Nordseesorte Brent wurde mit 67,66 Dollar gehandelt. Auf Wochensicht legte Brent um 2,30 Prozent zu. Die Preise für US-Rohöl und Brent-Öl waren am Vortag jeweils auf den höchsten Stand seit 2015 gestiegen.

Der Brent-Ölpreis hat sich seit Mitte 2017 unter anderem dank der Förderbremse großer Exportländer um etwa die Hälfte auf derzeit knapp 68 Dollar je Barrel verteuert. Die Entwicklung schlägt sich nur zaghaft bei den Aktien der Ölunternehmen nieder. So stieg der MSCI-Index für die Ölbranche weltweit im gleichen Zeitraum nur um etwa 20 Prozent.

Als ein Grund hierfür gilt die Furcht der Anleger vor einem erneuten Ölpreis-Rückgang. Denn steigende Preise nutzen die Schieferöl-Spezialisten in den USA meist, um die relativ kostspielige Förderung mit Hilfe des sogenannten Fracking hochzufahren. Außerdem will die Regierung des US-Präsidenten Donald Trump sämtliche Küsten für die Öl- und Gasförderung freigeben.

Zunächst wird der Ölpreis weiter angetrieben, unter anderem von der Protestwelle im ölreichen OPEC-Staat Iran. Am Donnerstag kamen neue Lagerdaten aus den USA hinzu. Erneut meldete die US-Regierung einen überraschend kräftigen Rückgang der Rohölbestände in der vergangenen Woche von mehr als 7 Millionen Barrel. Fallende Lagerbestände sind ein Hauptziel des Ölkartells OPEC, das mit anderen großen Produzenten mit einer Fördergrenze die Weltmarktpreise anheben will.

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