Aktienmärkte: Rebound an den Börsen belohnt Optimisten

Aktienmärkte: Rebound an den Börsen belohnt Optimisten

Aktien: Wer Ende 2018 verkauft hat war nicht gut beraten.

Von der Depression in die Euphorie: Ende 2018 bereiteten die Kursverluste an den Börsen den Anlegern Kopfzerbrechen. Drei Monate später sind die Verluste wieder nahezu ausgeglichen. Optimismus macht sich breit. Schoellerbank-Asset Manager Jakob Frauenschuh erinnert Anleger daran, bei Schwankungen nicht die Nerven zu verlieren und zum schlechtesten Zeitpunkt zu verkaufen.

Ende 2018 - es ist erst gut drei Monate her - schien die Börsen-Welt kurz vor dem Untergang zu stehen. Im vergangenen September erlebten wir im S&P 500 eine Korrektur von fast 20 Prozent und bis zum Jahresende waren alle Märkte unter Wasser.

Heute ist wieder alles bestens. Selbst ein drohender harter Brexit scheint den Markt nicht mehr aus dem Tritt zu bringen, die Erholung kam rasant. Doch das gute Ende kam nicht für jeden, denn unentschlossene oder unerfahrene Investoren haben ihre Papiere wie wie oft in solchen Phasen zum schlechtesten Zeitpunkt verkauft. Dabei sah das fundamentale Bild – die Unternehmensgewinne, die Konjunktur, die Notenbanken etc. – Ende 2018 bei Weitem nicht so negativ aus, wie man angesichts des Aktienmarktes glauben konnte.

S&P 500 Index; 5-Jahres-Entwicklung; für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart

S&P 500 Index; 5-Jahres-Entwicklung; für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf den Chart

Fundamentale Fakten haben nur selten dazu getaugt, wichtige Trendwenden auf dem Aktienmarkt frühzeitig zu erkennen. Doch wenn die Konzentration auf die Fakten zwar wichtig, aber nicht entscheidend ist, was können Investoren dann tun? Jakob Frauenschuh, CFA Asset Management Aktien der Schoellerbank, hat dafür einige Tipps parat.

1. Langfristig denken

Ein wichtiger Schritt zu einem besseren Anlegerleben ist die Erkenntnis, dass die Märkte übertreiben. Ständig wird auf dem Markt irgendein Thema hoch- oder heruntergespielt. Der Markt reagiert auf Nachrichten, aber noch mehr reagiert er auf sich selbst. Käufe führen zu weiteren Käufen, Verkäufe ziehen andere nach sich. So entstehen Trends, die sich verfestigen und am Ende zu Exzessen führen, die irgendwann korrigiert werden.

Diese Zyklen wiederholen sich im Kleinen wie im Großen, auf kurze und auf lange Sicht. Wer möchte sich nicht vom Auf und Ab der Börse unabhängig machen und immer gewinnen? Investorenlegende Charlie Munger hat einmal gesagt: „Auf dem Aktienmarkt langfristig erfolgreich zu sein ist einfach, aber nicht leicht.“ Was er damit meinte, war, dass das einfache Rezept – kaufen, um zu halten – in der Praxis sehr schwer durchzuhalten ist.

Alle ernst zu nehmenden Analysen, die sich mit langfristiger Veranlagung beschäftigen, zeigen eines: Der Preis, den man für eine Aktie bezahlt, macht den Unterschied. Die einschlägigen Bewertungskriterien – KGV, Preis zu freiem Cashflow etc. – veranschaulichen, dass der Aktienmarkt heute im Schnitt fair bewertet ist. Im Detail ist das Bild aber bunter. Der US-Markt ist in Summe am teuersten, die asiatischen Märkte sind hingegen günstig. Das erklärt unsere hohe Gewichtung in Asien und die – im Verhältnis zum MSCI World – Untergewichtung der USA in unseren Vermögensverwaltungen.

Wer Aktien zu günstigen Preisen erwirbt, ist freilich nicht gegen Rückschläge gefeit. Das vergangene Jahr hat diese Lehre wieder ins Gedächtnis zurückgerufen.

2. Zinsen: Niedrigwasser für viele Jahre

Die Ereignisse auf dem Aktienmarkt sind dramatisch, aber was derzeit auf dem Zinsmarkt passiert, ist vielleicht noch wichtiger. Die großen Notenbanken haben den Finanzmärkten neuerlich ihre Unterstützung zugesagt. Die Liquidität wird weiterhin zur Verfügung stehen, und die Zinsen werden niedrig bleiben – niedriger jedenfalls, als es die alte Schule der Zentralbankpolitik vorschreiben würde.

Für Rentenanleger bleibt der Fluss daher trocken. An ein paar Nebenläufen finden wir aber Gelegenheiten. Dazu zählen beispielsweise Inflationsanleihen, die immer noch sehr günstig sind. In der Schoellerbank Vermögensverwaltung setzen wir einen kräftigen Akzent auf diese Anlageklasse. Die Kosten der Inflationsabsicherung sind gering. In den vergangenen Jahren haben Investoren mit Inflationsanleihen eine Überrendite erzielt, obwohl die Inflationserwartungen noch sehr niedrig sind. Wenn das „Inflationsmonster“ sein Haupt tatsächlich einmal erheben sollte, wird diese Assetklasse ihre eigentliche Stärke zeigen.

3. Währungen: Raus aus dem Euro-Zins-Korsett!

Darüber hinaus sind Fremdwährungsanleihen ein weiterer interessanter Seitenarm der Anleihenmärkte. Für Anleger aus dem Euroland bieten andere Währungsräume – wie zum Beispiel jene des US-Dollar, der Norwegischen Krone, des Australischen oder des Kanadischen Dollar – höhere Zinsen und die Aussicht auf Währungsaufwertungen. Kurzfristig ist der Währungsmarkt – genau wie der Aktienmarkt – nicht vorhersehbar. Ein aktives, antizyklisches Management abseits des Index führt hier auf die Erfolgsstraße.

Auch wenn die Erfahrung dagegen spricht, dass das kommende Quartal so positiv verlaufen wird wie das vergangene, raten wir Anlegern das Gleiche wie im letzten Ausblick: Bleiben Sie optimistisch!

Geld

Währungsrechner- Der Euro und die Weltwährungen

Immobilien

Mieten stagnieren in vielen Bezirken in Wien seit zwei Jahren

Geld

Crowdinvesting: 5-Punkte-Checkliste für Anleger

Börsewissen #IC19

Doping für die Rallye zum Jahresende #IC19