Aktienfonds: Tipps für Anleger in ETFs

Exchange-Traded-Funds (ETFs), haben in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erlebt. Im Aktienfonds-Bereich liegt ihr weltweiter Marktanteil bereits bei 40 Prozent. Anleger sollten jedoch auch der Risiken bewusst sein.

Exchange Traded Funds (ETFs) gelte als risikoarm. Investments in die passiven Anlagefonds sollten dennoch überlegt sein.

Exchange Traded Funds (ETFs) gelte als risikoarm. Investments in die passiven Anlagefonds sollten dennoch überlegt sein.

ETFs, Exchange-Traded-Funds, sind die Stars unter den an den Börsen gehandelten Aktienfonds. Kein Wunder: Mit diesen Fonds, die seit 2017 auch an Wiener Börse angeboten werden, sind Wertpapier-Investments einfacher, transparenter und günstiger geworden.

Der Clou an den ETFs ist, dass sie Börsen-Indizes - etwa den Dax oder ATX - abbilden und mit diesen steigen oder fallen. Dabei wird das Risiko auf mehrere Werte gestreut und die Kosten reduziert weil kein aktives Fondsmanagement betrieben werden muss. ETFs können Indizes auf unterschiedliche Arten nachbilden: Entweder in der ganzen Breite, also mit allen Einzeltiteln oder bei einer repräsentativen Replikation teilweise durch die systematische Auswahl bestimmter Titel.

Christian Nemeth, Chief Investment Officer der Zürcher Kantonalbank Österreich mahnt Privatinvestoren jedoch zur Vorsicht und verweist auf eine 2016 durchgeführte Studie, für die die Performance von Kunden eines deutschen Online-Brokers analysiert wurde. Dabei wurden fast 7.000 Depots ausgewertet und daraufhin untersucht, ob der Einsatz von ETFs einen positiven Effekt auf das Anlageergebnis hat. „Das Ergebnis war ernüchternd: Mit ETFs erzielten Anleger deutlich schlechtere Resultate als mit ihren übrigen Wertpapieren. Der Performance-Unterschied lag bei 1,16 Prozent pro Jahr und war darüber hinaus auch statistisch signifikant“, meint Nemeth und weist auf vier Punkte hin, die Anleger in ETFs beachten sollten.


Vier Tipps für Investoren in ETFs

Nr 1: Kostenvorteil abwägen

Zu den Hauptargumenten für Investments in ETFs gehören die Transparenz der Kostenstruktur und die niedrigeren Kosten im Vergleich zu aktiv gemanagten Fonds. Ein Vergleich, der für Nemeth hinkt, da die ETF-Handelskosten auch Kostenelemente beinhalten, die bei normalen Fonds intern anfallen. „Der ETF ist dann zwar noch immer günstiger als so mancher aktive Fonds, aber der Preisvorteil schrumpft“, betont Nemeth. Die Schlussfolgerung daraus: Auch bei Investments in ETFs sollte man die Kosten vorab genau ermitteln.

Nr 2: Optionen von Nischen ausloten

Die große Auswahl an ETFs kann Investoren dazu verleiten, nicht auf große und bewährte Indizes zu setzen, sondern in auch in wenig liquide Nischenmärkte zu gehen. Nemeth warnt davor. "Die meisten Anleger überschätzen ihre Selektionseigenschaften und bringen sich dadurch um einen Gutteil der möglichen Performance. Zusätzlich verschlechtert ein hoher Anteil von Spezialinvestments zumeist das Verhältnis von Rendite und Risiko“, meint Nemeth.

Nr 3: Mit Verlusten und Gewinnen leben

ETFs zeichnen sich im Gegensatz zu aktiv verwalteten Fonds durch ihre ständige Handelbarkeit aus. Das verleitet Anleger allerdings auch, zum falschen Zeitpunkt ein- oder auszusteigen. Obwohl Aktien langfristig gesehen als die beste Anlagemöglichkeit gelten trennen sich weniger erfahrene Anleger oft nach Kursstürzen von ihren Wertpapieren, statt die Phase niedriger Kurse für Nachkäufe zu nutzen. Die Folge: Statt Gewinnen werden oft Verluste realisiert. „Es gelingt nur wenigen Anlegern, das richtige Timing zu finden“, betont Nemeth.

Nr 4: Aufpassen bei Swap-ETFs

Eine Möglichkeit einen ETF abzubilden ist die synthetische Replikation. Dabei versichert eine Investmentbank als Tauschpartner, mit einem ETF die Rendite eines bestimmten Index zu liefern und gegen die Rendite des ETF-Portfolios zu tauschen. Nemeth warnt hier allerdings zur Vorsicht und weist darauf hin, dass solche Swap-ETFs mit einem erhöhten Risiko verbunden sind. So können die Tauschpartner etwa zahlungsunfähig werden und Anleger in der Folge große Teile ihres Kapitals verlieren.

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