Aktien: Warum die Zeit jetzt reif ist

LUXUSKAUF. Hier scheint auf den Bildschirmen der New York Stock Exchange (NYSE) gerade der Kurs der Aktie des Luxuskonzerns Estée Lauder (EL) auf. Der Chart zeigt klar nach oben.

LUXUSKAUF. Hier scheint auf den Bildschirmen der New York Stock Exchange (NYSE) gerade der Kurs der Aktie des Luxuskonzerns Estée Lauder (EL) auf. Der Chart zeigt klar nach oben.

Wer nicht Geld verlieren möchte, muss die Chancen an den Börsen nutzen. In einer dreiteiligen Serie erfahren Sie, welche AKTIEN und INVESTMENTFONDS bei wenig Risiko mehr bringen als ein Sparbuch.

Die Allianz Versicherung, der größte Versicherungskonzern der Welt, hat vor Kurzem den "Global Wealth Report 2016" veröffentlicht. Das Ergebnis ist für Österreich niederschmetternd. Weltweit nehmen die Vermögen in den einzelnen Ländern zu. Im Schnitt ist die gesamte Weltbevölkerung um rund fünf Prozent reicher geworden. Nur Österreich rangiert mit einem Wachstum des gesamten Geldvermögens der Bevölkerung um ein Prozent an letzter Stelle. Schwacher Trost: Unsere Nachbarn in Deutschland landen mit einer realen Rendite von 2,3 Prozent im Jahr vor Österreich auf dem vorletzten Platz. Doch die Franzosen, Italiener oder Niederländer strichen im Schnitt im vergangenen Jahr um bis zu vier Prozent mehr auf ihren Konten ein.

Was läuft da schief in unserem Land? Michael Heise, Chefvolkswirt der Allianz, erklärt:"Schuld an diesem Ergebnis ist das extrem vorsichtige Sparverhalten der Deutschen und der Österreicher." Der Ökonom hat auch gleich noch eine Simulation angestellt. Hätten die Deutschen oder Österreicher in den vergangenen vier Jahren nur zehn Prozent ihres Geldes nicht auf ein Sparbuch, sondern je zur Hälfte auf weltweite Aktien oder Investmentfonds verteilt, hätten sie pro Jahr damit einen Prozentpunkt mehr an Rendite verdient.

Service: Allianz Global Wealth Report 2016, zum Download auf das Bild klicken.

Service: Allianz Global Wealth Report 2016, zum Download auf das Bild klicken.

Die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich (RLB OÖ) will den Österreichern nun deshalb in einer dreiteiligen Serie zu diesem Mehr an Ertrag verhelfen, ihnen die Welt der Aktien, der Fonds und des gesamten Kapitalmarktes näherbringen. Denn wer nur auf dem Sparbuch spart, verliert real sein Geld. Die Inflationsrate, also die jährliche Preissteigerung, ist mit 0,63 Prozent von August 2015 bis August 2016 deutlich höher als die mikroskopisch kleinen Zinsen von 0,05 Prozent, die Sparer für täglich fälliges Geld in diesem Zeitraum bekommen haben.

Und mittlerweile ist klar, dass die Zinsen auch in absehbarer Zeit nicht steigen werden. Experten sind sich einig, dass noch bis 2020 die Zinsen tief bleiben werden. Der Grund dafür ist simpel: Das niedrige Zinsniveau ermöglicht es den einzelnen Staaten, ihre Schulden billigst zurückzuzahlen. Da die Einlagezinsen so niedrig sind, sind auch die Kreditzinsen klein.

Von dieser Strategie der Zentralbanken in Europa, den USA und auch Japan profitieren aber nur die staatlichen oder privaten Schuldner, denn weltweit fließt das Geld der Investoren nicht mehr in Anlagen mit fixen Zinsen, sondern in den Kapitalmarkt, in Aktien und Investmentfonds. Wer zum Beispiel im März 2009, dem Tiefpunkt der letzten Finanzkrise, in die bedeutendsten Aktien der Welt, die im Weltaktienindex MSCI World enthalten sind, investiert hätte, der hätte seither sein Kapital mehr als verdoppelt. Aber selbst wenn man noch 2007, also kurz bevor die Pleite der US-Investmentbank Lehman Brothers beinahe das weltweite Finanzsystem zum Implodieren gebracht hätte, diese Aktien gekauft hätte, würde man heute noch um 26 Prozent mehr auf dem Konto haben.

MSCI World Index. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf das Bild.

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Das Fazit der vergangenen Jahre lautet also: Durch die niedrigen Zinsen verdienen all jene, die Aktien besitzen. Wer nur ein Sparbuch hat, zahlt drauf.

Höchste Sicherheit

Natürlich stellen sich auch Profi-Investoren gerade jetzt die Frage: Wie lange geht dieser schon so lange anhaltende Kursanstieg noch weiter? Aktienanalysten rechnen auch durchaus damit, dass es sogar noch heuer zu einem Rückgang an den Börsen kommen kann. Doch einen totalen Zusammenbruch der Aktienmärkte erwarten sie nicht. Deshalb ist die Zeit jetzt reif für Aktien und Investmentfonds. Es müssen nur drei grundsätzliche Faktoren beachtet werden: Das Geld, das man in Aktien und Fonds steckt, sollte man - ähnlich wie bei einem langfristig gebundenen Sparbuch - für die Zeit der Bindungsfrist nicht benötigen. Man muss sich mit den grundlegenden Regeln und Begriffen der Börse beschäftigen. Und man sollte nur Geld in Aktien stecken, die sich in der Vergangenheit gut entwickelt haben und bei denen man davon ausgehen kann, dass das auch in Zukunft so sein wird. Mit einem Wort, sogenannte Marathon-Aktien, wie sie auch Klaus Palmetzhofer, Wertpapierexperte der RLB OÖ, empfiehlt.


Service

Marathon-Aktien mit Gewinnausdauer

Aktien, deren Kurse langsam, aber stetig steigen, sind meist jene, die nicht von Schwankungen der Wirtschaft abhängen. Also Unternehmen aus der Lebensmittelindustrie, Hersteller von Medikamenten oder Infrastrukturversorger. Vereinfacht gesagt, Unternehmen, die Waren oder Dienstleistungen herstellen, die man immer braucht, egal ob man viel oder wenig Geld am Konto hat.

Der Klassiker in dieser Kategorie ist Coca-Cola (ISIN US1912161007). Eine Dose Coke gönnt man sich immer - auch wenn man in Afrika zu den Ärmsten der Welt gehört. Und deshalb stieg der Aktienkurs in den vergangenen zehn Jahren um 90 Prozent.

Coca-Cola Aktie zählt zu den Lieblingsaktien von Warren Buffett. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf das Bild.

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Der Schweizer Nahrungsmittelhersteller Nestlé (ISIN CH0038863350) ist da mit 130 Prozent sogar noch besser. Klar, er bietet auch mehr Produkte an.

Die Aktie des Schweizer Nestlé-Konzerns gilt als sehr stabil. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf das Bild.

Die Aktie des Schweizer Nestlé-Konzerns gilt als sehr stabil. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf das Bild.

Coke und alles von Nestlé wird in einer der weltweit größten Supermarktketten, dem amerikanisch-niederländischen Ahold-Konzern (ISIN NL0011794037), verkauft. Seinen Aktionären brachte er in zehn Jahren satte 110 Prozent.

Die Aktie der Supermarktkette Ahold war auch in der Finanzkrise stabil. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf das Bild.

Die Aktie der Supermarktkette Ahold war auch in der Finanzkrise stabil. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf das Bild.

Und nicht zuletzt ist Wasser eine der wichtigsten Ressourcen. Amerikas größter Wasseraufbereiter, American Water Works (ISIN US0304201033), brachte seinen Aktionären seit dem Börsengang vor acht Jahren über 150 Prozent.

Der größte US-Wasserversorger American Water Works zeigt eine beständige Kursentwicklung. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf das Bild.

Der größte US-Wasserversorger American Water Works zeigt eine beständige Kursentwicklung. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf das Bild.

Oder man macht es dem drittreichsten Menschen der Welt nach. Warren Buffett brachte Besitzern der B-Aktie seines Investmentkonzerns Berkshire Hathaway (US0846707026) ein sattes Plus von 130 Prozent.

Berkshire Hathaway: Mit dieser Aktie ist man an Warren Buffetts Imperium beteiligt. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf das Bild.

Berkshire Hathaway: Mit dieser Aktie ist man an Warren Buffetts Imperium beteiligt. Für aktuelle Kursinformationen klicken Sie bitte auf das Bild.

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