Fundamentalanalyse: Aktien unter der Lupe #IC19

Fundamentalanalyse: Aktien unter der Lupe #IC19

Aktien mit einem Top-Performancepotenzial finden: Wie man mit einer Fundamentalanalyse hohe Gewinne erzielen kann.

INVESTORS CHALLENGE #IC19
Noch bis 15. September einsteigen, mitspielen und gewinnen!

Wer meint, nur durch Zinsen am Sparbuch oder mit Staatsanleihen private Zusatzvorsorge treffen zu können, wird künftig bitter enttäuscht werden. Alle Experten sind sich mittlerweile einig: Die Niedrigzinsen durch die Notenbanken sind gekommen, um zu bleiben.

Die Fundamentalanalyse

Um aber selbst ein erfolgreiches Depot mit Aktien zusammenstellen zu können, müssen sich potenzielle Anleger mit den wichtigsten Kennzahlen eines Unternehmens auseinandersetzen. Die Fundamentalanalyse ist die Grundlage für die Entscheidung, eine Aktie zu kaufen oder abzustoßen. Stefan Walde, Leiter Asset Management bei der Hypo Tirol Bank, rät: "Wichtig ist zunächst, sich einen Überblick über Geschäftsmodelle und Produkte zu verschaffen. Langfristig sollten Anleger nur in Unternehmen investieren, die sie verstehen, mit denen sie sich identifizieren können und für die es Wachstumschancen gibt.

Christian Thiel, unter dem Pseudonym "Sparstrumpf" Profitrader bei wikifolio.com, erklärt, worauf er als Erstes bei einem Unternehmen achtet: "Wie stark wachsen der Umsatz und der Gewinn? Dann schau ich auf das KGV, sowohl das aktuelle als auch die prognostizierte Bewertung der Aktie in den kommenden Jahren. Warren Buffett hat Coca-Cola 1998 gekauft, weil die Aktie mit einem KGV von 13 gerade billig war und weil das Business exzellent war - mit hohen Wachstumsaussichten in Asien."


Das KBV zeigt sehr gut eine Über- oder Unterbewertung einer Aktie an.
Dennis Raute
Wikifolio-Trader

Grundsätzlich werden für eine Fundamentalanalyse Werte aus zwei Bereichen herangezogen: direkte Kennzahlen aus dem Unternehmen und solche, mit denen sich die Aktie besser einordnen lässt (siehe die Beispiele von Tesla, Amazon und der Google-Mutter Alphabet - im Kasten unten) .

Zu den wichtigsten Unternehmenszahlen zählen beispielsweise Umsatz, operatives Ergebnis (EBIT), Jahresüberschuss, aber auch die Verbindlichkeiten, das Eigenkapital oder die Eigenkapitalrendite (auf Englisch: ROE - Return on Equity). Hypo-Tirol-Experte Walde: "Sie zeigt die erwirtschaftete Rendite auf das Eigenkapital an. Also wie hoch die Verzinsung des eingesetzten Kapitals im Unternehmen ist. Wichtig ist auch der Verschuldungsgrad, das Verhältnis von Fremd- zu Eigenkapital in einem Unternehmen. Höheres Fremdkapital bedeutet im Krisenfall ein höheres Risiko für das Unternehmen und den Aktionär."


Anleger sollten langfristig nur in Unternehmen mit Wachstumschancen investieren.
Stefan Walde
Hypo Tirol Bank Asset Management

Zu den bedeutendsten Kennzahlen einer Fundamentalanalyse, die die Aktie betreffen, zählen neben der Kursentwicklung das KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) oder das KUV (Kurs-Umsatz-Verhältnis). Letzteres wird oft bei jungen IT-Unternehmen herangezogen, die noch keinen Gewinn, aber ein starkes Umsatzwachstum aufweisen.

Wikifolio-Trader Dennis Raute zieht auch das KBV (Kurs-Buchwert-Verhältnis) zu Rate: "Diese Kennzahl stellt den aktuellen Kurswert und den Buchwert, also den sogenannten Inneren Wert eines Unternehmens, ins Verhältnis und zeigt sehr gut eine Über-oder Unterbewertung an." Bei allen drei Kennzahlen gilt: je niedriger desto besser für die Aktie.

Solide Quellen

Stellt sich nur die Frage, wo man all diese Kennzahlen am besten beziehen kann? Wikifolio-Trader Thomas Zeltner nutzt dafür den kostenpflichtigen Aktien-Screener von Traderfox: "Die Software durchsucht Tausende von Aktien auf Basis der Morningstar-Datenbank nach den vorher eingegebenen Kennzahlen. So kommt man auf interessante Unternehmen, von denen die wenigsten noch etwas gehört haben."

Für Einsteiger sind aber Börsendienste wie onvista.de oder boerse.de ausreichend. Und die Infoseiten guter Onlinebroker. Manfred Nosek von bankdirekt.at: "Wir bieten auf unserer Homepage alle konkreten Zahlen zu Fundamentalanalyse und auch viele Wissens-Artikel dazu."


TESLA


DER LUXUS-Elektroautoproduzent schreibt seit jeher Verluste. Im Geschäftsjahr 2018 war es immer noch eine knappe Milliarde Euro. Ein KGV kann daher gar nicht angegeben werden. Für die Bewertung der Aktie muss hier das Kurs-Umsatz-Verhältnis herangezogen werden. Die Kennzahl ergibt sich durch die Division der Marktkapitalisierung, also des gesamten Börsenwerts des Unternehmens, durch den Jahresumsatz. Die Überlegung dahinter: Wenn Umsätze vorhanden sind, besteht eine Nachfrage nach den Teslas, die zu einem Gewinn führen kann. Wie beim KGV gilt auch hier: Je niedriger der Wert, desto besser (Tesla: 2,7).

Betrachtet man jedoch die Gesamtverbindlichkeiten, sieht man einen starken Anstieg auf 23,4 Milliarden Euro. Die Fremdkapitalquote von Tesla liegt bei 84 Prozent. Fundamental steht das Unternehmen also auf wackeligen Beinen. Aktionäre setzen hier auf die Zukunft der E-Mobility.


AMAZON


Auch AMAZON machte Jahre lang kaum bis keinen Gewinn. Im Jahr 2018 kam jedoch der große Turnaround. Ein operatives Ergebnis von 12,4 Milliarden Euro und ein daraus resultierender Jahresüberschuss von zehn Milliarden Euro zeigen, dass das Plus von 2.700 Prozent der Amazon-Aktie in zehn Jahren einigermaßen gerechtfertigt war. Betrachtet man das hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis von 72, ist aber immer noch ein wenig Skepsis angebracht, auch wenn der Wert vor drei Jahren noch 528 betrug.

Das Unternehmen hat zweifellos an Stabilität gewonnen. Die Eigenkapitalquote liegt bei 30 Prozent. Und die Eigenkapitalrendite hat sich in den letzten Jahren auf 23 Prozent verdoppelt. Aufgrund der starken Expansion haben sich allerdings die Gesamtverbindlichkeiten seit dem Jahr 2015 auf 119 Milliarden Euro verdoppelt. Amazon ist jedenfalls ein klarer Wachstumswert, der aber fundamental abgesichert ist.


ALPHABET


ALPHABET, die Mutter der Suchmaschine Google, ist ein wahres Wunder an soliden Fundamentaldaten. Der Jahresüberschuss betrug im Jahr 2018 stattliche 30,7 Milliarden Euro. Und das, obwohl eine Wettbewerbsstrafe der EU-Kommission in der Höhe von drei Milliarden Euro bezahlt werden musste. Und der Gewinn lag heuer im ersten Quartal bereits bei rund neun Milliarden Euro.

Eine der spannendsten Zahlen bei Alphabet ist aber das Eigenkapital: Das Unternehmen sitzt auf einem Cash-Polster von über 180 Milliarden Euro. Die Gesamtverbindlichkeiten betragen hingegen nur 50 Milliarden Euro. Mit einem KGV von 23,4 ist Alphabet im Vergleich zu vielen anderen IT-Giganten auch relativ günstig bewertet. Probleme für die Alphabet- Aktie könnte es jedoch durch die Politik geben. Ähnlich wie bei Facebook ermittelt das US-Justizministerium rund um mögliche Wettbewerbsverstöße.



Die Investors Challenge 2019

#IC19: traden ohne Risiko

Bei der Investors Challenge #IC19 von trend und wikifolio.com powered by Hypo Tirol Bank und bankdirekt.at haben Sie die Möglichkeit, völlig risikolos in Wertpapiere zu investieren. Sie können wie Börseprofis in Echtzeit handeln, dabei die Welt des Aktienhandels kennenlernen und Strategien entwickeln, die Ihrem persönlichen Risikotyp entsprechen. www.trend.at/ic19


Geld

Währungsrechner- Der Euro und die Weltwährungen

Geld

4 Gründe, warum es an den Börsen wieder gut läuft

Wirtschaft

RBI-Chefökonom: "Süffisantes Spiel der EZB, das hier betrieben wird"

Geld

Aktienrückkäufe: Wie Unternehmen Anleger damit bluffen können