Aktien-Crash in China - weitere Korrektur erwartet

Aktien-Crash in China - weitere Korrektur erwartet

Minus 9,4 Prozent in fünf Tagen - die China Börse Shanghai Stock Exchange ist im Crashmodus.

Trump macht es möglich: die Börsen in China sind in fünf Tagen um knapp zehn Prozent eingebrochen. Experten warnen nach diesem Crash für die ohnehin schon stark gebeutelten China-Börsen vor weiteren Verlusten und vor der neuen China-Tech-Börse. China bleibt wirtschaftlich ein Land der Widersprüche.

Es ist wie der Boxkampf Muhammad Ali gegen Joe Frazier im "Thriller von Manila" 1975. Der Gegner Alis musste immer wieder schwere Treffer hinnehmen und wurde von Ali immer wieder an den Rand eines K.O. befördert. Es war der letzte von drei Kämpfen zwischen Ali und Frazier. Nach einem klaren Punktesieg Fraziers und einem knappen Sieg Alis in den vorangegangenen Kämpfen behielt Ali in Manila knapp die Oberhand.

Derzeit ist das im Kampf mit den USA befindliche China ein taumelnder Riese. Aber obwohl US-Präsident Donald Trump immer wieder einen Treffer landen kann ist der geforderte Gigant noch nicht am Boden.


Werden China gnadenlos besteuern

Den letzten harten Treffer landete Trump nach einem Treffen mit der chinesischen Führung. Er erklärte: "Wir werden China gnadenlos besteuern" (We will be taxing the hell out of China). Zuvor hatte er Strafzölle in Höhe von zehn Prozent auf chinesische Einfuhren in die USA bekanntgegeben. Geschätzter Wert der Sanktionen: 300 Milliarden Euro pro Jahr. Die Chinesen halten stramm dagegen und werten ihre Währung um neun Prozent ab (siehe Artikel: Handelskrieg: China wertet den Yuan ab).

Der bisherige Zwischenstand: Ein Unentschieden im Kampf um Exporte, Marktanteile und Moneten.

Zehn Prozent Kursverlust in fünf Tagen
Dennoch: der Tiefschlag sitzt. China-Experten erachten die starke Yuan-Abwertung auch als Anzeichen von Panik der chinesischen Parteiführung. Die Angst ist berechtigt. Keine andere Börse ist in den vergangenen Tagen und Wochen so stark eingebrochen wie die Börsen in Shanghai und in Hongkong, der Hang Seng. Die Shanghai-Stock-Exchange ist in fünf Tagen um fast zehn Prozent abgestürzt. Börsenexperten definieren einen derart heftigen Einbruch bereits als einen handfesten Crash.

Minus 28 Prozent in fast zwei Jahren
Anders als in den USA ist das jedoch keine Korrektur nach einer langen Hausse. In China rumpelt es an den Börsen schon länger. Seit September 2017 sind die Kurse hon um 28 Prozent einknickt. Die Flucht der Anleger hat einen Namen: Donald Trump. Der US-Präsident und sein unerbittliches verfolgtes Ziel, mit China eine ausgeglichene Handelsbilanz zu erreichen. Derzeit wollen die Chinesen aber nach wie vor viel weniger in Amerikaner kaufen als die Amerikaner aus China. Zudem kritisiert Trump, China würde Erfindungen ausländischer Firmen kopieren und ihnen nur einen eingeschränkteren Zugang zum Markt bieten.

Wirtschaftswachstum nur leicht rückläufig
Die Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum Chinas halt sich jedoch im Rahmen - zumindest noch. Das Wachstum hat sich zwar von von 6,4 Prozent zu Jahresanfang auf mit 6,2 Prozent verlangsamt, aber längst nicht in einem dramatischen Ausmaß. Auch in anderen großen Volkswirtschaften wie der EU sinkt das Wachstum, aber mit längst nicht so dramatischen Auswirkungen an den Börsen. Im Gegenteil, der Dax stieg und stieg bis vor kurzem, ebenso die US-Börsen wie der S&P. China macht auch richtig Geld locker, um die Konjunktur am laufen zu halten. Um Gegenzusteuern hat die kommunistische Führungen Steuern in Höhe von 260 Milliarden Euro gesenkt.

Gewinnwachstum und Industrieproduktion legen zu, Aktien billig
Die Unternehmen selbst spüren den Druck von außen bisher im Schnitt kaum. Das Gewinnwachstum der Unternehmen ist seit Juli deutlich gestiegen. "Die Prognosen für das Gewinnwachstum der Unternehmen wurde in den vergangenen Wochen angehoben", so Pictet Asset Management in einem Ausblick. Die Industrieproduktion Chinas ist seit März 2019 deutlich gestiegen. Die Inflation liegt bei 2,3 Prozent und signalisiert Wachstum. Die Bewertungen chinesischer Aktien sind mit einem KGV von 12 deutlich unter dem historischen Durchschnitt.

Gewinnwachstum chinesischer Unternehmen ist seit Juli 2019 deutlich gestiegen. Das KGV stagniert dennoch seit Jahren und die Kurse gehen seit Juli 2017 zurück. Die Diskrepanz sollte sich irgendwann auflösen, sofern die Wirtschaft nicht einbricht. Wenn auch nicht in den nächsten Monaten.

Doch warum lassen sich die Anleger nicht besänftigen und warum warnen Analysten vor China?

Das liegt zum einen daran, dass Experten für den breiten Markt eine Korrektur prognostizieren. „Wir erwarten allgemein eine Kurskorrektur. Von dieser wird sich auch der chinesische Markt nicht abkoppeln“, so Raiffeisen in einer Analyse. Bis Jahresende sollte der Index aber nach Einschätzung der Bank aber wieder ungefähr auf dem aktuellen Niveau befinden.


Auswirkungen des Handelskriegs substantiell

Exportwachstum nach China bricht ein
Der Druck auf China steigt mit jedem neuen Strafzoll den die USA verhängt. "Die Rivalität zwischen China und den USA wird sich fortsetzen. Die Auswirkungen des Handelskriegs sind für China sind bereits substantiell", erläutert Thio Siew Hua, von C-Quadrat-Partner Lion Global Investors bei einem Vortrag in Wien. Waren die auf der Liste jener Produkte stehen, auf die die USA nun Zölle einhebt, sind bereits deutlich eingebrochen. Hua empfiehlt derzeit asiatische Anleihen, wie den LionGlobal Asia Bond Funds, der in den vergangenen zwölf Monaten um 7,4 Prozent zulegte. Viele Unternehmen wachsen abseits der Sanktionen solide, verfügen über gute Kapitalausstattung und weisen solides bis hohes Wachstum aus und bieten Anleiheninvestoren ein geringes Risiko.

Chinesische Exporte in die USA sind aufgrund der bereits verhängten Strafzölle eingebrochen.

Weitere Verlangsamung des Wirtschaftswachstums erwartet
Experten gehen davon aus, dass das Wachstum in China weiter nachlassen wird. "China könnte in der zweiten Jahreshälfte nur noch um 6,0 oder 6,1 Prozent wachsen", sagte Nie Wen, ein Ökonom des Finanzhauses Hwabao Trust in Shanghai. Im Zuge der abflauenden Wirtschaft wird auch der chinesische Aktienmarkt weiter unter Druck geraten, warnt Raiffeisen in einer aktuellen Analyse


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Trump regiert die Märkte
Aber auch wenn die Unternehmen in China ihre Produktivität und ihre Gewinne steigern, das vergleichsweise hohe Gehaltswachstum zurückgefahren wird und sich Lieferketten neu ordnen, um gegen US-Strafzölle besser gewappnet zu sein, Donald Trump ist derzeit stärker. Vor allem die Furcht vor ihm an den Börsen. Abschreiben sollten Anleger die Börse in China dennoch nicht. Letztlich besitzt das Land der Mitte hohes Wachstumspotential. Der Wille der Regierung und die der Menschen, das Land ökonomisch voranzutreiben, ist groß und die Aktien aus derzeitiger Sicht billig.

Neue China-Techbörse: Zu teuer, zu wenig strenge Spielregeln
Nicht gut weg kommt im Raiffeisen-Research-Papier auch die neue China-Tech-Börse Star Market. Die Börse sei bereits vom Start weg viel zu teuer. Aktuell liegt das geschätzte KGV bei über 50. Aufgrund der lockeren Bestimmungen, sowohl für Unternehmen als auch für Investoren, sollten Anleger das Risiko nicht unterschätzen. Raiffeisen warnt in diesem Zusammenhang auch vor hohen Kursschwankungen und damit vor Kursverlusten.

Bisherige China-Tech-Börsen erfolglos
Bisher hatten die Chinesen mit ihren Techbörsen wenig Fortune. Star Market (SSE 50) ist bereits Chinas dritter Versuch in den letzten zehn Jahren eine Tech-Börse zu etablieren (2013: New Third Board, 2015: ChiNex). Beide waren ein Misserfolg. Raiffeisen glaubt auch jetzt nicht an den Erfolg der neuen Börse Shangahi Stock Exchange Star Market 50 Component Index: „Große Unternehmen, die es sich leisten können, werden weiterhin in den USA (Alibaba) oder Hong Kong (Tencent) an die Börse gehen.“ Der beschränkte Zugang zum Kapital in China reduziere zudem die Aufnahme von ausländischem Geld..

Bisherige China-Tech-Börse gegenüber Nasdaq und TecDax weit abgeschlagen.

Doch längerfristig bestünde auch für Aktien chinesischer Technologie-Unternehmen großes Aufholpotential, auch die Größe des Marktes bietet laut Raiffeisen zusätzliches Kurspotential.

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