Achterbahnfahrt auf den Ölmärkten geht 2016 weiter

Achterbahnfahrt auf den Ölmärkten geht 2016 weiter

Die Energieagentur IEA erwartet für das Jahr 2016 keine Stabilisierung der Ölmärkte. Die Ölschwemme hält an: Das Überangebot von Rohöl wird nach einer IEA-Prognose weiterhin auf den Preis drücken. In den USA wird rechnen Ölexperten bestenfalls mit einem Ölpreis von 48 Dollar pro Barrel. Der Ölpreis WTI-Crude hat am Dienstagvormittag um 2,66 Prozent zulegen können, Brent notiert um rund 1,6 Prozent höher. Ein Kursabsturz auf zehn Dollar sei nicht realistisch.

Paris. Nach monatelangem Ölpreis-Verfall ist laut Internationaler Energie-Agentur (IEA) auch 2016 keine Entspannung der Märkte in Sicht. Das Überangebot werde vielmehr noch das gesamte Jahr anhalten, prognostizierte die IEA am Dienstag.

Die Schiefergas-Förderung in den USA gehe nur langsam zurück und eine Einigung der Organisation erdölexportierender Staaten (OPEC) mit anderen Öl-Ländern auf eine geringere Produktion sei unwahrscheinlich. Allerdings haben am Montag Gerüchte um eine Insolvenz des Schiefergas-Förderers Chesapeake Energy den Börsenkurs zum Absturz gebracht. Bis zu 50 Prozent notierten die Aktien des US-Ölförderers im Minus. Vor einem halben Jahr hatten die Experten noch davon gesprochen, dass die Fracking-Produzenten einen Mindestpreis von über 60 Dollar erlösen müssen. Vorige Woche hieß es bestimmte Fracking-Förderer könnten sogar mit 40 Dollar pro Barrel profitabel produzieren.

Wilde Spekulationen

Der Preis für Rohöl fährt indes seit Jahresbeginn Achterbahn zwischen - 35 und fast 27 Dollar (WTI Crude) als unterste Grenze. "Anhaltende Spekulationen über eine Vereinbarung zwischen OPEC-Staaten und führenden Produzenten außerhalb der OPEC für eine Förderkürzung scheinen nichts als Spekulationen zu sein", erklärte die in Paris ansässige Agentur, welche die Energiepolitik von Industrieländern koordiniert. Am Wochenenden haben die Ölminister von Vneezuela und Saudi-Arabien in Riad Gespräche über Fördermengen geführt. Die Saudis haben bereits seit gut einem Jahre eine klare Position: Keine Fördermengen, der Preis bildet sich frei nach Angbot und Nachfrage. Und die USA und ihre Fracking-Förderer sollen mit niedrigen Ölpreisen auf Distanz gehalten werden.

Weit über zehn Dollar

Die IEA rechnet nicht mit einem Anstieg der Ölpreise, wies aber auch extreme Prognosen für einen Rückgang auf 10 Dollar je Barrel (159 Liter) zurück. Für ein Fass wird am Dienstag 30,48 Dollar gezahlt, damit plus 2,66 Prozent mehr als am Montag. Die Nordseesorte Brent notiert mit 1,28 Prozent höher bei 33,30 Dollar (Stand 12 Uhr). Die OPEC notiert ihren Basket-Preis, der den Wert von zwölf Ölsorten abdeckt, am Montagnachmittag mit 29 Dollar - das sind 30 Cent weniger als noch vorigen Freitag. Am 29. April 2012 wurden noch 113,93 Dollar bezahlt.

In den USA gehen Ölexperten bereits davon aus, dass für das Barrel im im Verlauf des Jahres 2016 bestenfalls bis zu 48 Dollar zu erlösen sind. Nach einem Bericht des Wirtschaftsdienstes Bloomberg wird vorsichtigen Prognose zufolge in den kommenden zehn Jahren für das Barrel eine Preisband von 40 bis 60 Dollar errechnet. Die 100-Dollar-Marke ist und bleibt auf langes Sicht Wunschtraum.

Der niedrige Ölpreis setzt der Wirtschaft von Förderstaaten wie Russland, Venezuela aber auch den US-Ölkonzernen sowie internationalen Energiekonzernen massiv zu. Anders als in früheren Zeiten drosselt die OPEC ihre Produktion nicht, was den Preisen Auftrieb geben würde. Doch das Kartell will seinen Marktanteil gegen die wachsende Konkurrenz von US-Schiefergas-Produzenten verteidigen. Inzwischen geht die Förderung durch das in Europa umstrittene "Fracking" wegen des Preisverfalls tatsächlich zurück. Anders als die IEA rechnet die OPEC noch 2016 mit einer Stabilisierung der Ölmärkte.

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