Zinserhöhung: "Fed wird weiter abwarten"

Zinserhöhung: "Fed wird weiter abwarten"

Fed-Chefin Janet Yellen

Der von der Wirtschaftsschwäche Chinas ausgelöste Börsencrash zeigte wieder einmal, wie volatil die Märkte noch sind. Bei der Großbank Barclays geht man daher davon aus, dass die US-Notenbank Fed mit der ersten Zinserhöhung seit einem Jahrzehnt weiter zuwarten wird.

Kommt sie oder doch nicht? Die erste Zinserhöhung der US-Notenbank, der Federal Reserve Bank, seit beinahe einem Jahrzehnt? Bis vor wenigen Tagen schien es ausgemacht, dass Fed-Chefin Janet Yellen bei der nächsten Sitzung am 17. September von den unter ihrem Vorgänger Ben Bernanke eingeleiteten Kurs, Zinsen zu senken um die Wirtschaft zu stimulieren beendet und wenn auch eine moderate, so doch eine erste Zinserhöhung bekannt gibt.

Die aktuelle Federal Funds Rate, der amerikanische Leitzins, liegt bei 0,25 Prozent und beschreibt den Zinssatz, den Banken einander für Eintageskredite (overnight credits), verrechnen. Der Leitzins wird jedoch nicht explizit durch die FED vorgegeben, sondern vom Markt bestimmt. Der effektive Zinssatz kann also vom nominalen abweichen. Die Fed steuert den Zinssatz, indem sie Geld in den Markt pumpt oder ihm Geld entzieht.

Gute Wirtschaftsindikatoren

Die US-Wirtschaftskennzahlen der letzten Quartale haben eine Zinserhöhung nahe gelegt: Die Arbeitslosenquote ist zuletzt bundesweit auf 5,3 Prozent gefallen und damit so niedrig wie zuletzt im Jahr 2007. Der ISM-Einkaufsmanagerindex liegt bei 52,7 Punkten, was eine aufstrebende Wirtschaftsaktivität bedeutet. Der vom Conference Board ermittelte Frühindikatoren-Index LEI zeigt ebenfalls weiter nach oben.

Die jüngsten, von der Sorge um die weitere wirtschaftliche Entwicklung Chinas ausgelösten Kapriolen an den Weltbörsen, lassen die Großbank Barclays jedoch vermuten, dass die Zinsanpassung nicht im September 2015, sondern erst im März 2016 erfolgen wird. Zwar rechtfertige die gute Konjunktur in den USA erste Zinserhöhungen, die Fed werde aber nicht die Märkte weiter destabilisieren wollen, so Barclays. Sollte sich die Lage in China entspannen, könnte die amerikanische Notenbank auch Ende 2015 schon handeln. Davon geht Barclays jedoch aktuell nicht aus.

Finanzen

Schon 75 Millionen Kunden: Netflix revolutioniert das Fernsehen

Börse

US-Konzerne: Quartalsgewinne brechen ein - Droht Rezession?

Finanzen

Zalando steigert Umsatz um ein Drittel - Gewinn ist aber noch unklar