Zickzack an der Börse: Nach freiem Fall wieder Auftrieb

Einzelhandelsdaten und miese Stimmung führten am Donnerstag zu einem zwischenzeitlich kapitalen Crash an den Börsen. Der Pessimismus und Ängste treiben die Börsen, die angeblich mit Wirtschaftsdaten nicht zu begründen sind. Börseexperten sprechen von einer Korrektur. Und auf mittlere Frist seien die Wirtschaftsdaten nicht so schlecht. Die Börsen haben am Freitag wieder angezogen - zum Teil kräftig.

Zickzack an der Börse: Nach freiem Fall wieder Auftrieb

Börsencrash oder nur leichte Abkühlung, im Börsensprech auch Konsolidierung genannt? Eher letzteres, also eine Abkühlung der Börsen dürfte für den zeitweise massiven Verfall der Börsenkurse vom Donnerstag sprechen. Die Konjunkturdaten sprechen eher dafür, dass die Abwärtsbewegung eine nicht unwesentliche Verstimmung der Börsianer zurückzuführen ist.

Und dennoch: Die Nerven an den Finanzmärkten liegen offenbar blank. Die schlechte Stimmung an den Börsen wird bei Kapitalmarkt- und Konjunkturexperten mit mangelndem Vertrauen und schlechter Stimmung begründet. Chef-Analystin Monika Rosen-Philip meint, der „Pessimismus ist übertrieben“. Die derzeitige Korrektur sei eine Konsolidierung auf hohem Niveau nach einer immerhin drei Jahre andauernden Rally. Die letzte vergleichbare Korrektur mit einem Minus von rund zehn Prozent habe es im Jahr 2011 gegeben.

Massive Kurseinbrüche hatten die Börsianer am Donnerstag extrem irritiert. Schwache Einzelhandelsdaten der US-Wirtschaft, dann noch die überraschend schwächeren Ergebnisse von Netflix und Google (der Suchmaschinenkonzern machte mit 2,81 Milliarden Dollar um 160 Millionen weniger Gewinn als im Vorjahresquartal!), geringeres Umsatzwachstum bei Wal-Mart sowie die Prognosesenkung bei eBay gelten bei Börsianern als Indikatoren für die Wirtschaft gelten, hatten verunsichert. Und auf Europas Börsen entsprechende negative Strahlwirkung. Andererseits hat ein sinkender Ölpreis eher eine positive Korrelation zum Konsumverhalten.
Am Donnerstagabend war die Talfahrt mit dem zwischenzeitlichen „Mini-Crash“ an den Börsen, die bis zum späten Nachmittag angehalten hatte, in Europa so gut wie beendet. Der DAX schloss sogar noch im Plus, nachdem er tagsüber kräftig gerupft wurde und bis zu 3,11 Prozent verloren hatte. In den USA ist der zwischenzeitliche Kursrutsch der europäischen Börsen schon gar nicht mehr angekommen. Der Dow Jones notierte mit 16.117 Punkten knapp 0,2 Prozent schwächer. Die Technologiebörse Nasdaq dagegen legte dagegen minimal auf 4217 Stellen zu.

"Pessimismus übertrieben"

Am Freitag war die miese Stimmung an den Börsen schon wieder Geschichte. Europas Börsen hatten kräftig zugelegt. Der Dax hatte bis Mittagsstunde schon wieder 1,6 Prozent zulegen können. Und auch in Wien verbucht der ATX mit 1,68 Prozent ein kräftiges Plus.

Die schlechte Stimmung an den Börsen werden bei Börsenexperten mit mangelndem Vertrauen und schlechter Stimmung begründet. Chef-Analystin Monika Rosen-Philip meint, der „Pessimismus ist übertrieben. Die derzeitige Korrektur sei eine Konsolidierung auf hohem Niveau nach einer immerhin drei Jahre andauernden Rally. Die letzte vergleichbare Korrektur mit einem Minus von rund zehn Prozent habe es im Jahr 2011 gegeben. "Zurzeit nährt die Angst sich selbst," erklärt die Raiffeisen Research in einer Aussendung. Die jüngsten US-Konjunkturdaten sind vorzeigbar. "Die US-Industrieproduktion verbuchte mit 1,0 Prozent einen starken Rebound vom Durchhänger im August." Und auch die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind auf dem niedrigsten Stand seit 14 Jahren. Auch Staatsanleihen verbuchten starken Kursausschläge, wobei Risikoprämien deutlich angestiegen sind.

Laut RZB lässt sich die Marktentwicklung mit Daten und neuen Informationen nicht erklären. "Heftige stimmungsgetriebene Kursausschläge sind aber auf Finanzmärkten immer wieder zu beobachten", so die RZB in ihrer Analyse am Freitag. Ohne entsprechende Grundlage werden laut RCB das Pricing nicht dauerhaft geprägt.

Am Freitag haben die wichtigsten Börsen in Europa durchwegs mit massiven Zuwächsen aufgewartet. Nach verhaltenem Start in der Früh, ging es bis zum Mittag steil bergauf. Gegen 18 Uhr (MEZ) hatte der DAX einen Zugewinn von 3,12 Prozent zu verzeichnen. In Wien waren die Zeichen ebenso auf Erholung - der ATX legte um 2,29 Prozent zu.Die US-Börsen folgten - trotz Krisengerede - dem europäischen Trend - frühen Handel legten Dow Jones, S&P und Nasdaq um gute 1,8 Prozent deutlich gegenüber dem Donnerstag zu.