Börsendebüt von Zalando wurde zum Flop

Der deutsche Onlinehändler hat zum Börsendebüt gleich mit einem ordentlichen Aufschlag gestartet. Und dann ging es in einer Achterbahnfahrt mit dem Kurs rauf und runter. Bis zum späten Nachmittag hat die Aktie allerdings wieder kräftig verloren - am Ende schloss die Aktie haargenau auf dem Ausgabekurs von 21,50 Euro.

Börsendebüt von Zalando wurde zum Flop

Berlin. Die Zalando-Aktien haben am Mittwoch deutlich über ihrem Ausgabepreis an der Börse debütiert. Die Papiere des Online-Händlers starteten bei 24,10 Euro. Sie waren zu je 21,50 Euro zugeteilt worden. Etwas mehr als eine halbe stunde nach der Erstnotierung legte der Kurs der Aktie um 12,2 Prozent auf 24,50 zu. Danach ging es wieder steil bergab. Unterm Strich blieben gegen 10.30 Uhr noch ein Plus von rund drei Prozent übrig. Und die Talfahrt sollt sich im Lauf des Tages noch fortsetzen, wenngleich die Achterbahnfahrt weiterging. Dem Auf und Ab folgte am späten Nachmittag dann der Absturz - und am Schluss schloss das Papier haargenau auf dem Ausgabekurs von 21,50 Euro.

Das Emissionsvolumen beläuft sich auf rund 604 Mio. Euro. Zalando hatte 28,1 Millionen Papiere in einer Spanne von 18 bis 22,50 Euro angeboten. Das entspricht rund 11 Prozent der Anteile. Die Haupteigentümer sind die schwedische Beteiligungsgesellschaft Kinnevik sowie die aus Köln stammenden Internet-Investoren Oliver, Marc und Alexander Samwer. Ihre Anteile verwässern sich mit der Ausgabe der neuen Aktien. Dem Prospekt zufolge soll Kinnevik nach dem Börsengang mit voller Mehrzuteilung noch 31,57 Prozent halten, statt zuvor 35,6 Prozent. Die Samwer-Brüder kommen noch auf 14,81 Prozent statt zuvor 16,7 Prozent.

Die Samwer-Holdinggesellschaft Rocket Internet will am Donnerstag den Sprung auf das Börsenparkett wagen.


Zum ersten Kurs war Zalando knapp sechs Milliarden Euro wert. Das ist mehr, als Dax-Unternehmen wie K+S, Lanxess oder Lufthansa auf die Waage bringen. Der Börsengang bringt Zalando gut 600 Mio. Euro ein.

Zalando hatte mit einem Ausgabepreis von 21,50 Euro die zuvor aufgestellte Preisspanne von 18 bis 22,50 Euro nicht ganz ausgeschöpft, obwohl die Nachfrage mehr als zehn Mal höher als das Angebot an Aktien gewesen sein soll.

Die Erlöse aus dem Zalando-Börsengang sollen in das weitere Wachstum des Unternehmens fließen. Zalando will vor allem aus eigener Kraft größer werden, kann sich aber auch Zukäufe vorstellen. Die Berliner wollen ihre Kundenbasis erweitern, die Umsätze beim einzelnen Käufer steigern und auch in neue regionale Märkte vordringen. Der Onlineversender hatte zuletzt rund 14 Millionen aktive Kunden.

Die Feierlaune

Die drei Zalando-Vorstände Rubin Ritter (32), David Schneider (32) und Robert Gentz (31) waren am Mittwoch trotzdem in Feierlaune. Die Börsenglocke zu läuten, das sei ein "einmaliger Moment" gewesen, sagte David Schneider, der den Online-Modehändler vor sechs Jahren mitgegründet hatte. Damals hatten er und sein heutiger Vorstandskollege Gentz aus einem Keller in Berlin-Mitte heraus angefangen, Flip-Flops über das Internet zu verkaufen. "Das wir heute hier stehen würden, haben wir uns damals sicher nicht ausgemalt", sagt er.

Am Donnerstag steht mit dem Debüt der Berliner Startup-Schmiede Rocket Internet schon der nächste Tech-Börsengang in Frankfurt an. Rockets Mitgründer und Chef Oliver Samwer verkündet groß, man wolle die größte Online-Plattform außerhalb der USA und Chinas werden. Die Samwer-Brüder, die bisher die Mehrheit an Rocket hielten, sind auch Großaktionäre bei Zalando, unter ihrem Dach war der Modehändler groß geworden. Und weil sie die Rocket-Aktien deutlich teurer als Zalando verkaufen, soll der Erlös mit 1,6 Mrd. Euro auch merklich höher ausfallen.