Wie Mitarbeiterrabatte künftig versteuert werden

Wie Mitarbeiterrabatte künftig versteuert werden

In der Steuerreform wurde genau festgelegt, welche Regelung gilt, wenn Mitarbeiterrabatt die 20%-Grenze überschreiten.

Die Steuerreform bringt klare Regelungen bei der Besteuerung von Mitarbeiterrabatten und soll Mitarbeitern eine Steuerersparnis bringen.

Ab 1. Jänner .2016 sollen Mitarbeiterrabatte steuerfrei bleiben, wenn
• allen Mitarbeitern oder bestimmten Gruppen von Arbeitnehmern eingeräumt werden und
• der Mitarbeiterrabatt im Einzelnen 20 Prozent des Endpreises für fremde Letztverbraucher nicht übersteigt.
• Übersteigt der Mitarbeiterrabatt die 20 Prozent steht ein Freibetrag von 1.000 Euro pro Kalenderjahr zur Verfügung. Erhält der Mitarbeiter also Rabatte von mehr als 1.000 Euro pro Jahr, dann ist der übersteigende Betrag abgabepflichtig.

Vergleichsbasis: Endverbraucherpreise abzüglich üblicher Rabatte

Als Vergleichspreis gilt der „übliche Endpreis des Abgabeortes“. Der übliche Endpreis ist der um die übliche Preisnachlässe verminderte Preis. Die Einbeziehung des Abgabeortes soll sicherstellen, dass der Arbeitgeber die Sachbezüge für die Arbeitnehmer nach einem einheitlichen Maßstab bewertet. Maßgeblich ist der für den Endverbraucher festgesetzte Preis. „Die Preise der Mitbewerber sind für den Arbeitgeber in diesem Zusammenhang irrelevant“, erläutert Kathrin Frischherz, Steuerberaterin bei BDO.

Dazu zwei Beispiele der Steuerberater der BDO:
Beispiel 1:

Ein Arbeitgeber verkauft seine Ware an Letztverbraucher zum üblichen Preis, abzüglich Rabatte, um 100 Euro (= Letztverbraucher-Endpreis).
a) Die Mitarbeiter erhalten die Ware um 80 Euro
Lösung: Da der Mitarbeiterrabatt die 20%-Grenze nicht überschreitet, ist dieser steuerfrei und der Freibetrag von 1.000 Euro besteht noch in voller Höhe für weitere Mitarbeiterrabatte.
b) Die Mitarbeiter erhalten die Ware um 70 Euro
Lösung: Die 20 %-Grenze ist klar überschritten. Es liegt ein geldwerter Vorteil vor, welcher grundsätzlich zu versteuern wäre. Wird allerdings der Freibetrag von EUR 1.000 nicht überschritten unterliegt der Vorteil ab 1.1.2016 weder der Lohnsteuer noch der Sozialversicherung. Erst wenn die Freibetragsgrenze von EUR 1.000 pro Kalenderjahr überschritten wird, löst dies eine Steuerpflicht aus.

Beispiel 2:
Ein Arbeitgeber verkauft seine Ware an Letztverbraucher zu einem Preis von 10.000 Euro. Seine Arbeitnehmer können die Ware um 7.500 Euro beziehen.
Lösung: Da die 20 %-Grenze überschritten wurde, liegt ein steuerpflichtiger Vorteil von 2.500 Euro vor. Da der jährliche Freibetrag von 1.000 Euro überschritten wird, ist die Differenz von 1.500 Euro als laufender Bezug zu versteuern. Achtung für weitere Rabatte: Der Freibetrag von 1.000 Euro ist somit für das betroffene Kalenderjahr bereits ausgeschöpft.
„Um die geschilderten abgabenfreien Rahmen voll ausschöpfen zu können, sollten Unternehmer die Grenzen und deren Kontrolle in ihre Rechnungswesensysteme rechtzeitig implementieren“, rät Kathrin Frischherz, Steuerberaterin bei der BDO.

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