Weltweites Überangebot: Rohölpreis auf tiefstem Niveau seit 2009

Weltweites Überangebot: Rohölpreis auf tiefstem Niveau seit 2009

Der Preis für Rohöl sackt erneut auf ein Mehrjahrestief ab.

Die Ölpreise sind nach Zahlen zur aktuellen Fördermenge der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) erneut auf mehrjährige Tiefstände gefallen. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent sank Freitag Nachmittag auf 39,06 US-Dollar (36 Euro) und damit auf den tiefsten Stand seit Februar 2009. Die Sorte West Texas Intermediate (WTI) kostete 36,29 Dollar.

Damit liegt der Brent-Preis auf einem Sieben-Jahres-Tief. Zuletzt war der Preis mit sechs Cent nur geringfügig höher. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI hatte bereits am Vorabend mit 36,38 Dollar den tiefsten Stand seit 2009 erreicht. Zuletzt lag er 12 Cent darüber bei 36,50 Dollar.

Die Internationale Energieagentur IEA geht vorerst nicht von einem Abebben der Ölschwemme aus. Das Überangebot am Weltmarkt werde mindestens bis spät ins Jahr 2016 anhalten, heißt es in dem am Freitag veröffentlichten Monatsbericht der IEA.

Am Donnerstag hatte die OPEC bekannt gegeben, dass ihre Fördermenge das höchste Niveau seit über drei Jahren erreicht habe. Laut dem aktuellen Monatsbericht hatten die Mitgliedsstaaten des Kartells im November durchschnittlich rund 31,7 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag gefördert. Die Fördermenge habe um 230.000 Barrel pro Tag zugelegt. Damit wurde das höchste Niveau seit April 2012 erreicht.

Seit Juni 2014 ist der Ölpreis um 60 Prozent eingebrochen.

Die jüngste Talfahrt der Ölpreise hatte eingesetzt, nachdem die OPEC ihre Förderpolitik in der vergangenen Woche vorerst nicht verändert hatte. Das Ölkartell hatte sich abermals nicht auf eine Kürzung oder Deckelung der Produktion einigen können, obwohl dies von einigen Mitgliedsländern gefordert wurde.

"Weil die Lagerbestände auch 2016 weiter anschwellen, wird es immer noch viel Öl geben, das auf dem Markt lastet", heißt es in dem Bericht der IEA. Seit Mitte August sind die Lagerbestände in den USA etwa von 450 Millionen Barrel Öl auf knapp 490 Millionen Barrel wieder angeschwollen.

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