Weltbild hat einen Investor

Weltbild hat einen Investor

Ziel der Übernahme durch Paragon ist eine Fortführung sämtlicher Betriebsteile, mit dem Filialgeschäft und den Auslandsgesellschaften in der Schweiz und Österreich.

Für den insolventen Weltbild-Konzern ist nach wochenlanger Suche ein Investor gefunden. Die Münchner Investment-Firma Paragon werde Mehrheitsgesellschafter der deutschen Verlagsgruppe, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa am Sonntag aus Verhandlungskreisen. Ziel sei eine Fortführung sämtlicher Betriebsteile, mit dem Filialgeschäft und den Auslandsgesellschaften in der Schweiz und Österreich.

Zusammen mit Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz solle die Sanierung des Konzerns vorangebracht und Weltbild wieder auf einen stabilen Kurs zurückgeführt werden. Das Unternehmen mit 6.300 Mitarbeitern hatte im Jänner Insolvenz angemeldet, nachdem die katholische Kirche den Geldhahn zugedreht hatte. Zu den Interessenten für den kirchlichen Buchkonzern hatte Medienberichten zufolge auch die Stuttgarter Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck gezählt. Als Kaufpreis wurden 50 Mio. bis 70 Mio. Euro kolportiert.

Der neue Weltbild-Investor Paragon Partners ist eine inhabergeführte Investmentgesellschaft mit Sitz in München. Nach Angaben auf ihrer Webseite investiert die 2004 gegründete Firma vor allem in mittelständische Unternehmen. Zu den Geldgebern gehören demnach die drei Partner von Paragon - von denen zwei zuvor beim Finanzinvestor Triton tätig waren - sowie institutionelle Anleger.

Im Portfolio finden sich den Angaben zufolge aktuell zum Beispiel der Motorradzubehör-Händler Polo mit etwa 100 Filialen sowie der Werkstattbedarf-Lieferant Europart.

Kataloge und E-Commerce

Die österreichische Weltbild Verlag GmbH, ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der Verlagsgruppe Weltbild, sitzt in Salzburg. Im Geschäftsjahr 2012/13 erzielte das Unternehmen laut Website einen Jahresumsatz von 69 Millionen Euro und beschäftigt in Österreich aktuell rund 200 Mitarbeiter.

Bekannt ist in der Bevölkerung vor allem der Weltbild-Katalog - er erscheint im drei- bis vier-Wochen-Rhythmus und erreicht bis zu 6 Millionen Kunden jährlich. Inzwischen will sich Weltbild aber mehr als "Multichannel-Unternehmen" sehen, indem der Katalog vor allem die Rolle des Impulsgebers für die 27 Weltbild-Filialen und das eCommerce übernimmt.

Den Online-Shop auf www.weltbild.at besuchen monatlich über 1 Million User; 75 Prozent der Versandhandelsumsätze werden über den Online-Shop generiert. Zum Vergleich: Die Preisvergleichsplattform geizhals.at, bei denen viele Konkurrenten von Weltbild gelistet sind, freut sich mit 3,2 Millionen Besuchern über die dreifache Beliebtheit; das geschätzte jährliche Transaktionsvolumen beläuft sich auf 1,5 Milliarden Euro.

Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz will am Montag die Mitarbeiter des Weltbild-Konzerns über den neuen Investor informieren. Ziel sei es, die auch in Österreich tätige bisherige kirchliche Verlagsgruppe mit sämtlichen Betriebsteilen als Ganzes fortzuführen. Einzelheiten der Einigung wurden zunächst nicht bekannt.

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