US-Finanzminister warnt vor Deflation in Europa

US-Finanzminister warnt vor Deflation in Europa

US-Finanzminister Jacob Lew erwartet vom Euroraum eine weitere Lockerung der Geldpolitik, um die Gefahr einer Deflation zu bannen. Der Internationale Währungsfonds zeigt sich in seinem aktuellen Konjunkturausblick besorgt. Die Europäische Zentralbank versucht zu beruhigen.

Nachdem aus der EU immer mehr Stimmen kommen, die vor einer Deflation warnen, hat sich nun auch US-Finanzminister Jacob Lew zu diesem Thema geäußert. Er ruft den Euroraum zu einer weiteren Lockerung der Geldpolitik auf, um die Gefahr einer Deflation zu bannen.

"In Europa als Ganzem ist die Wachstumsrate sehr bescheiden", sagte Lew am Mittwoch dem TV-Sender CNBC. "Das Deflationsrisiko ist etwas, worüber sich viele Leute Sorgen machen." Lew rief Deutschland dazu auf, mehr für die Nachfrage in der Eurozone zu tun.

Auch der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt die Eurozone in seinem aktuellen Konjunkturausblick vor einer Deflationsspirale. In dieser würden Preise fallen und die Nachfrage sinken. IWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard forderte die Europäische Zentralbank (EZB) auf, "bald etwas gegen die niedrige Inflation zu unternehmen.


Bild: © APA/Margret Schmitt

Unkonventionelle Maßnahmen gefordert
Blanchard fordert unkonventionelle Maßnahmen, um ein Abgleiten in die Deflation zu verhindern. Dies könnten Anleihekäufe oder negative Zinssätze sein. "Ich denke, das sollte man sich anschauen, und ich weiß, dass die EZB sich das gerade anschaut."

Die Teuerung in den 18 Euro-Ländern war im März auf nur noch 0,5 Prozent gefallen. EZB-Chef Mario Draghi hatte die Befürchtungen vor einer Deflation zurückgewiesen. Einen großangelegten Kauf von Staatsanleihen zur Bekämpfung der sinkenden Preise schloss er dennoch nicht aus.

Die niedrige Inflation in der Eurozone dürfte auch die Finanzminister und Notenbankchefs der führenden Industrie- und Schwellenländer (G-20) beschäftigen. Sie treffen sich am Freitag am Rande der Frühjahrstagung der IWF und der Weltbank in Washington.

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