Trotz Quartalsgewinn: Austrian Airlines fliegt weiter im Minus

Trotz Quartalsgewinn: Austrian Airlines fliegt weiter im Minus

Trotz eines positiven zweiten Quartals schreibt die AUA in den ersten sechs Monaten des Jahres rote Zahlen.

Die AUA fliegt im zweiten Quartal zwar wieder in die Gewinnzone - 36 Millionen Euro verdiente die Airline von April bis Juni - doch das Polster war zu klein, um die Verluste im ersten Halbjahr auszugleichen. Der Vorsteuerverlust beträgt 17 Millionen Euro, weniger als noch im Vorjahr. Der Mutterkonzern Lufthansa steigerte sein EBIT hingegen um mehr als das Zweieinhalbfache auf 468 Millionen Euro, auch der Schweizer Schwester Swiss geht es gut.

Im Gegensatz zum ersten Quartal lief es für die Austrian Airlines im zweiten "deutlich positiv": Von April bis Juni machte die Airline einen Vorsteuergewinn von 36 Millionen Euro (2014: 13 Millionen Euro). Dennoch reichte es nicht, die Halbjahresbilanz positiv abzuschließen. Die ersten sechs Monate schrieb das zur deutschen Lufthansa gehörende Unternehmen einen Vorsteuerverlust (EBIT) von 17 Millionen Euro - zum Vergleich: 2014 lag es bei minus 41 Millionen Euro.

Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr um 1,7 Prozent um 17 Millionen Euro auf 1,03 Milliarden Euro (2014: 1,013 Milliarden Euro).

Gesamtjahr soll signifikant besser werden

Als Grund für die höheren Zweitquartalszahlen führte das Unternehmen höhere Erlöse und geringere Kosten nach der Restrukturierung an. Entlastet habe auch der billigere Treibstoff. Das wiederum sei aber durch höhere Technikkosten und Mehrkosten durch den stärkeren Dollar neutralisiert worden.

Finanzvorstand Heinz Lachinger erwartet für das Gesamtjahr eine "signifikante Ergebnisverbesserung" - der Breakeven für das laufende Jahr soll im Juli erreicht werden. Das dritte Quartal zeige eine gute bis sehr gute Buchungslage, so Lachinger. Dass es in Osteuropa Einbußen im Passagiergeschäft gibt, schmerzt. Auch, dass ertragbringende Kurse wie Tripolis oder Bagdad nach wie vor nicht wieder beflogen werden können. Im Atom-Abkommen mit dem Iran sieht aber auch die AUA Chancen: "Wir sehen uns den Iran derzeit genau an und sind startbereit für neue Destinationen", so Lachinger. Als Plan-Destinationen wurden heute die Städte Isfahan und Shiraz genannt. Nach Teheran fliegt die AUA von Wien-Schwechat aus täglich.

Weniger Passagiere als 2014

In den ersten drei Monaten 2015 flog die AUA ein deutliches Defizit ein: Der Betriebsverlust sank im Vergleich zum Vorjahresquartal lediglich um eine Million Euro auf 53 Millionen Euro. Grund dafür sind nach wie vor der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine und die angespannte Lage im Nahen Osten. Die Passagierzahlen waren bis März um 11,9 Prozent rückläufig. Betrachtet man das erste Halbjahr 2015 lagen die Passagierzahlen kontinuierlich unter denen des Vorjahres: Knapp fünf Millionen Passagiere zählte die AUA, das sind 7,3 Prozent weniger Fluggäste als 2014.

Lufthansa mit Rückenwind unterwegs

Bei der AUA-Mutter Lufthansa läuft es hingegen besser: Im gesamten ersten Halbjahr 2015 erzielte Europas größte Fluggesellschaft einen um Sondereffekte bereinigten Gewinn vor Zinsen und Steuern (bereinigtes EBIT) von 468 Millionen Euro.

Das war mehr als zweieinhalb Mal so viel wie die 178 Millionen ein Jahr zuvor und deutlich mehr als von Analysten erwartet.

Der Umsatz wuchs getrieben vom schwachen Euro um 8,5 Prozent auf 15,4 Mrd. Euro. Das Nettoergebnis sprang vor allem wegen eines lukrativen Finanzgeschäfts vom März von minus 79 Millionen auf plus 954 Millionen Euro. In seiner Prognose für das laufende Jahr sieht sich Vorstandschef Carsten Spohr bestätigt. Das bereinigte EBIT soll auf mehr als 1,5 Milliarden Euro steigen.

Allerdings sind Belastungen durch Streiks hierin nicht berücksichtigt. Seit Jahresbeginn beliefen sich diese bereits auf 100 Millionen Euro. Finanzchefin Simone Menne rechnet zudem mit einem anhaltenden Preisdruck im Passagiergeschäft. Dafür dürften die Treibstoffkosten mit 6 Milliarden Euro im laufenden Jahr um 200 Millionen Euro geringer ausfallen als bisher gedacht.

Im zweiten Quartal, von April bis Juni, ist das EBIT auf 635 Millionen Euro geklettert, nach 418 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, teilte die Lufthansa weiter mit.

Swiss mit Ergebnissprung

Der AUA-Schwester Swiss in der Schweiz geht es dank eines niedrigen Ölpreises und Maßnahmen zur Kostensenkung ziemlich gut. Das Betriebsergebnis (EBIT) im ersten Halbjahr legte um satte 87 Prozent auf 214 Millionen Franken (201 Millionen Euro) zu. Der anhaltende Wettbewerbsdruck insbesondere im Heimatmarkt und im europäischen Verkehr und der starke Franken führten allerdings dazu, dass der Betriebsertrag um 3 Prozent auf 2,44 Mrd. Franken sank. Aufgrund der Frankenstärke sanken auch die Durchschnittserlöse.

Finanzen

Schon 75 Millionen Kunden: Netflix revolutioniert das Fernsehen

Börse

US-Konzerne: Quartalsgewinne brechen ein - Droht Rezession?

Finanzen

Zalando steigert Umsatz um ein Drittel - Gewinn ist aber noch unklar