Tesla-Aktie trotzt Millionen-Verlust

Der Elektroautobauer Tesla ist weiter in die roten Zahlen abgerutscht. Obwohl das Unternehmen von Elon Musk im dritten Quartal mehr Autos ausgeliefert hat, als erwartet, stieg der Verlust von 75 auf 230 Millionen Dollar. Die Anleger freuen sich trotzdem, die Aktie legt kräftig zu.

Tesla-Aktie trotzt Millionen-Verlust

Elektroautopionier Tesla kommt nicht aus den roten Zahlen: Tesla-Chef Elon Musk bei der Präsentation des Model X.

Im dritten Quartal lieferte der Konzern insgesamt 11.603 Autos aus. Das waren etwas mehr, als Tesla im Oktober erwartet hatte. Hohe Kosten für die Marktpremiere des Elektro-SUV "Model X" im September und die Entwicklung des für den Massenmarkt geplanten "Model 3" rissen dennoch überraschend tiefe Löcher in die Bilanz. In den drei Monaten bis Ende September schlägt ein Verlust von 230 Millionen Dollar zu Buche - das größte Minus seit zweieinhalb Jahren. Der Umsatz stieg indes um zehn Prozent auf 937 Millionen Dollar. Obwohl die Ergebnisse unter den Erwartungen der meisten Analysten lagen, legte die Aktie um 9,3 Prozent zu.

Zwei Jahre später als geplant hatte Tesla im September mit der Auslieferung seiner Luxus-Serie Model X Signature begonnen. Das deutlich günstigere Model 3 soll im März auf den Markt kommen. Es soll ab 35.000 Dollar zu haben sein.

Tesla-Chef will Produktion rasch ausweiten

Tesla-Chef Elon Musk kündigte an, die Produktion nach den guten Absatzzahlen rasch auszuweiten. Er sehe keine Probleme, in den kommenden Wochen eine Produktionsrate von einigen hundert Autos pro Woche zu erreichen, sagte Musk. Für das laufenden Vierteljahr peilt das Unternehmen nun die Auslieferung von bis zu 19.000 Fahrzeugen an. Allerdings senkte Tesla die Spanne der erwarteten Auslieferungen für das ganze Jahr leicht auf 50.000 bis 52.000 gegenüber den im vergangenen Quartal prognostizierten 50.000 bis 55.000 Fahrzeugen.

Musk hofft auch auf positive Effekte des Diesel-Skandals von Volkswagen. Zwar habe sich dieser bislang noch nicht in höheren Verkaufszahlen niedergeschlagen, doch es könnte einen kurzfristigen Nutzen für den Elektroautobauer durch Dieselgate geben, sagte er.

Analysten bewerteten die Tesla-Zahlen positiv. Die Anleger seien erleichtert darüber, dass die Bestellungen des neuen Model X nicht zulasten der bereits seit längerem verkauften Oberklassenlimousine Model S gingen, sagte Ivan Feinseth von Tigress Financial Partners. "Der X verkauft sich gut und er ist kein Wagen, der andere Modelle kannibalisiert." Tesla profitiere immer noch von dem Kult um die Marke und Firmengründer Musk.