Telekom Austria drehte ins Plus - CEE belastet

Telekom Austria drehte ins Plus - CEE belastet

Telekom Austria-Generaldirektor Hannes Ametsreiterverabschiedet sich mit einem Gewinn von 171 Millionen Euro vom Unternehmen. Ab 1. Oktober wird der Salzburger Chef von Vodafone Deutschland.

Die teilstaatliche Telekom Austria hat in den ersten sechs Monaten des heurigen Jahres das Ruder herumgerissen. War die Bilanz für das Jahr 2014 noch tiefrot ist sie nun satt schwarz. Ametsreiter spricht von einem "Rekordgewinn". Jubelchöre sind trotzdem nicht angebracht, nach wie vor belasten die Telekom deren Niederlassungen in Südosteuropa. Beim Mehrheitseigentümer América Móvil hingegen ist der Gewinn im ersten Halbjahr eingebrochen.

Telekom-Austria-Chef Hannes Ametsreiter hat sich heute, Freitag, mit einem Halbjahresgewinn von 171 Mio. Euro von dem teilstaatlichen Konzern verabschiedet. Dies sei ein "Rekordgewinn", der über dem Vierfachen der Analystenerwartungen liege. Die Ebitda-Marge von 34 Prozent sei beeindruckend, ebenso wie die Profitabilität, so Ametsreiter.

Sorgenkind ist die CEE-Region: Dort blieben die makroökonomischen Gegenwinde noch stärker als erwartet spürbar, heißt es bei der Telekom. Trotz der Probleme in Südosteuropa konnte die Telekom im zweiten Quartal 2015 aber deutlich zulegen. Der Umsatz ging zwar "nur" um 2,1 Prozent auf 982,8 Mio. Euro nach oben, das Betriebsergebnis drehte allerdings von minus 260,6 auf plus 121 Mio. Euro.

Den größten Umsatzzuwachs verzeichnete der Konzern am Heimatmarkt, hier gab es ein Plus von 6 Prozent auf 618,5 Mio. Euro. In Bulgarien musste dafür ein Minus von 5,9 Prozent verdaut werden, in Slowenien gar von 12,1 Prozent.

In Österreich sank die Zahl der Mobilfunkkunden im zweiten Quartal um 2,5 Prozent auf 5,37 Millionen. Der Durchschnittsumsatz pro Kunden blieb mit 16 Euro pro Monat stabil. Auffallend ist der starke Rückgang bei den Nutzern von mobilem Breitband, hier gab es ein Minus von 8,3 Prozent.

Diskounter Hofer hat Wettbewerb verschärft

In ihrem Ausblick für das Gesamtjahr geht die Telekom auch auf die Konkurrenz durch virtuelle Mobilfunkbetreiber ein, wie etwa das Hofer-Angebot "H.o.T". Deren Markteintritt hat den Wettbewerb verschärft.

Damit muss sich Telekom-Chef Hannes Ametsreiter aber ohnehin in zwei Wochen nicht mehr herumschlagen. Er verlässt das Unternehmen mit Ende Juli und wird mit 1. Oktober Chef bei Vodafone Deutschland.

Der Milliardär Slim hält über seinen Konzern America Movil 59,7 Prozent an dem österreichischen Unternehmen. Darüber hinaus ist der Staat mit 28,4 Prozent beteiligt. Knapp zwölf Prozent stehen in Streubesitz.

Gewinneinbruch bei América Móvil

Beim Mehrheitseigentümer auf der anderen Seite des Atlantik ist der Gewinn im ersten Halbjahr 2015 eingebrochen. Der Nettogewinn schmolz von 30,9 auf 22,3 Mrd. Pesos (1,3 Mrd. Euro), das ist ein Rückgang von 28 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2014.

Ausschlaggebend für den Gewinneinbruch waren vor allem Währungsschwankungen in Lateinamerika. America Movil meldete für das Halbjahr Währungsverluste von 30,8 Mrd. Pesos. Auch operativ lief das Geschäft nicht rund. Die Umsätze stiegen lediglich um 1,5 Prozent auf 440 Mrd. Pesos, während die Kosten um 4,2 Prozent auf 303 Mrd. Pesos zulegten. Das operative Ergebnis (Ebitda) ging um 4,1 Prozent auf 136,6 Mrd. Pesos zurück.

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