Telekom Austria: Kapitalerhöhung im November

Telekom Austria: Kapitalerhöhung im November
Telekom Austria: Kapitalerhöhung im November

Telekom Austria CEO Hannes Ametsreiter

Die Telekom Austria will einem Zeitungsbericht zufolge am kommenden Montag den Startschuss für die rund eine Milliarde Euro schwere Kapitalerhöhung geben. Damit könne das Unternehmen den bereits seit Monaten geplanten Schritt noch im November über die Bühne bringen.

Die auf der außerordentlichen Hauptversammlung der Telekom Austria im August beschlossene Kapitalerhöhung im Volumen bis zu einer Milliarde Euro soll einem Bericht der Tageszeitung "Die Presse" zufolge noch im November erfolgen. Die Zeitung, die keine näheren Quellen nennt, gibt an, dass bereits am nächsten Montag, dem 10. November der Start gesetzt werden soll. Zunächst soll die Kapitalerhöhung zwei Wochen lang bei Investoren beworben werden. Die Investoren sollen danach eine Woche lang Zeit haben, um Telekom-Aktien zu zeichnen.

Bei der Telekom Austria hatte sich im dritten Quartal ein Aufwärtstrend gezeigt. Bei der Präsentation der Quartalsergebnisse am 23. Oktober meinte Unternehmenschef Hannes Ametsreiter: „Nach einem turbulenten ersten Halbjahr macht sich unsere Strategie und der unermüdliche Einsatz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bezahlt. Das dritte Quartal leitet den Aufwärtstrend ein."

Sowohl die teils starke Performance der Telekom-Töchter im CEE-Raum, als auch umfassende Maßnahmen zur Ausgabenoptimierung in Österreich hätten sich sich positiv ausgewirkt. Allerdings, schränkt Ametsreiter ein, gibt es "nach wie vor herausfordernde Märkte und einen für die Geschäftsentwicklung nicht förderlichen Konjunkturausblick."

Ametsreiters Worte kann man jedoch auch als zweckopimistisch deuten, denn die Telekom Austria hadert wie die gesamte europäische Telekom-Branche mit rückläufigen Umsätzen. Nur war der Rückgang im dritten Quartal eben etwas geringer als zuletzt.Während die Telekom Austria Group im ersten Halbjahr 2014 noch mit einem Umsatzrückgang von 7,3 Prozent konfrontiert war, wurde die Abwärtsbewegung nach neun Monaten auf 4,5 Prozent reduziert. Unter dem Strich steht ein Umsatz von 2,89 Milliarden Euro. Im direkten Quartalsvergleich zum Vorjahr wurde dank der guten Entwicklung in Weißrussland und Österreich sogar ein Umsatzzuwachs von 1,2 Prozent erwirtschaftet.

Auch die durch die europäische Regulierung sinkenden Einnahmen aus dem Roaming belasten das Unternehmen. Zudem kommt der Investitionsdruck, etwa aufgrund des Ausbaus der Mobilfunk-Netze für die vierte Mobilfunkgeneration LTE. Die mit der Einführung der neuen Generation erhofften Mehreinnahmen sind dagegen bislang weitgehend ausgeblieben.

Die Entwicklung des Unternehmens in Zahlen

Das bereinigte EBITDA ist um 0,9 Prozent auf rund eine Milliarde Euro gestiegen, die EBITDA-Marge konnte um 34,6 Prozent gesteigert werden. Ein wesentlicher Beitrag zur Ergebnisverbesserung war die Reduktion der hohen Marketingausgaben, besonders die deutlich reduzierten Stützungen für Handys und Smartphones. Im dritten Quartal wurde dadurch ein Periodenüberschuss von 127,8 Millionen Euro erzielt. In der Neunmonatsbetrachtung wirken sich die 400 Millionen Euro schwere Wertberichtigung für Bulgarien zum Halbjahr 2014 sowie eine negative Wirtschaftslage weiterhin aus. Der Nettoverlust liegt somit bei 190 Millionen Euro.

Der Ausblick für das Gesamtjahr 2014 bleibt unverändert bei rund 3,5 Prozent Umsatzrückgang, einem Investitionsvolumen von 650 bis 700 Mio. Euro und einem Dividendenvorschlag in Höhe von 0,05 Euro pro Aktie.

Die Märkte im Überblick

Österreich wird nach wie vor vom harten Wettbewerb im Mobilfunk gezeichnet. Bei den Breitbandanschlüssen und bei A1 TV gibt es jedoch deutliche Zuwächse. DieTelekom setzt daher auch weiter auf den Breutband-Ausbau. Die Umsätze von A1 gingen im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent auf 624,2 Millionen Euro zurück.Das bereinigte EBITDA stieg dagegen um 14,2 Prozent, was wiederum dem von der unter anderem auf Maßnahmen zur Ausgabenoptimierung zurückzuführen ist. „Wir haben mit unseren Kosteneinsparungsprogrammen große Erfolge erzielt und es geschafft, ein EBITDA-Wachstum zu erreichen", kommentiert Finanzvorstand Siegfried Mayrhofer.

Bulgarien Nach der Abstufung des Landes durch Ratingagenturen, der Bankenkrise und Neuwahlen ist die Lage im Land weiterhin schlecht. Die Konjunkturaussichten sind trüb, der Bevölkerungsrückgang hält weiter an. Das beeinträchtigt das Geschäft der Telekom-Tochter Mobiltel. Die Umsätze gingen um 7,9 Prozent auf 276,4 Millionen Euro, das bereinigte EBITDA um 10,5 Prozent auf 113,4 Millionen Euro zurück. Die positive Entwicklung des mobilen Breitbandsegments (+ 30,8 Prozent im dritten Quartal) sowie Anstiege im TV Bereich konnten die Verluste nicht ausgleichen.

Kroatien Weist im Neunmonatsvergleich ein Umsatzminus von 3,9 Prozent auf. Die Anhebung der Frequenznutzungsgebühren im Juni hat die Margen des kroatischen Tochterunternehmens Vipnet zusätzlich belastet. Gleichermaßen sank das bereinigte EBITDA um 22,9 Prozent auf 74 Millionen. Die Zahl der Mobilfunkkunden ging im Quartalsvergleich um 6,5 Prozent zurück. Die Festnetzanschlüsse stiegen um 12,5 Prozent, die Breitband-Anschlüsse um 22,9 Prozent.

Weißrussland Im Mobilfunkmarkt konnte velcom im Neunmonatsvergleich die Umsätze um 12,8 Prozent auf 275,3 Millionen Euro anheben, angetrieben durch die Nachfrage nach Smartphones und schneller Datenübertragung. Das bereinigte EBITDA konnte um 15,1 Prozent auf 136,3 Millionen Euro gesteigert werden. Darüber hinaus gibt es ein Plus beim Betriebsergebnis von 20,7 Prozent auf 65,7 Millionen Euro. Die Kundenzahl ist im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent auf rund 4,95 Millionen gestiegen.

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