Zehn Milliarden Euro für die Sicherstellung des Franken-Limits

Zehn Milliarden Euro für die Sicherstellung des Franken-Limits

Auch vor rund einem Jahr, als der Euro am Gründonnerstag kurzzeitig unter diese Grenze fiel, sei sie mit einem großen Kaufangebot präsent gewesen. "Wir standen für unsere Gegenparteien mit 10 Mrd. Euro bereit und waren zu jeder Zeit mit unseren Kaufangeboten präsent", erläuterte Dewet Moser, Stellvertretendes Mitglied des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank (SNB) am Donnerstag in Zürich.

"Die Sicherstellung des Mindestkurses war somit nie gefährdet, und entsprechend erkannten denn in der Folge auch die meisten Medien, dass die SNB weder in den Osterferien gewesen war, noch geschlafen hatte", sagte Moser laut Redetext. "Ganz im Gegenteil: Wir waren und sind 24 Stunden am Markt, und dies von der Eröffnung der Handelswoche in Sydney bis zum Wochenschluss in New York."

Der kurzzeitige Fall des Euro habe die SNB zusätzlich angespornt, ihr Dispositiv zur Durchsetzung des Mindestkurses noch weiter zu verstärken. "So haben wir die Wahrscheinlichkeit, dass wir aufgrund technischer oder anderer Störungen nicht am Markt operieren können, auf ein Minimum reduziert", so Moser laut Redetext weiter.

Auch in Zukunft hält die SNB am Mindestkurs fest. Dies hatten Vertreter der SNB bereits mehrmals betont.

Libor-Absprachen ohne Auswirkung auf Geldpolitik der SNB

Die illegalen Absprachen beim Interbanken-Zinssatz Libor haben die Geldpolitik der Schweizer Notenbank nach deren Angaben nicht beeinträchtigt. "Die Manipulationen bewegten sich im Ausmaß von wenigen Basispunkten und haben daher die Umsetzung unserer Geldpolitik nicht gestört", sagte Moser am Donnerstag. Die SNB benutzt den Dreimonats-Franken-Libor als Zielwert für ihre Geldpolitik. Im Grundsatz funktioniert das so, dass die SNB die Liquidität im Bankensystem erhöht, wenn der Libor über das Zielband hinaus steigt. Im umgekehrten Fall stellt sie den Banken weniger Geld zu Verfügung. Seit August 2011 strebt sie einen Satz zwischen null und 0,25 Prozent an.

Der Libor wird täglich für eine Reihe von Währungen durch eine Umfrage bei einer Gruppe internationaler Banken, einem sogenannten Panel, festgelegt. Das ließ Raum für Manipulationen. Auf den Sätzen basieren Finanzinstrumente in Billionenhöhe, in der Schweiz auch viele Hypotheken.

"Die Tücken panelbasierter Referenzzinssätze sind der SNB schon lange bewusst", sagte Moser. Alternativen, die nicht auf den Angaben einiger Banken, sondern auf der Aktivität aller am Repomarkt angeschlossenen Marktteilnehmer basierten, seien derzeit wegen der geringen Handelsaktivitäten aber auch nur beschränkt aussagekräftig, sagte Moser.

Ob die SNB eines Tages auf einen anderen Referenzzins als Zielwert wechseln könnte, ließ Moser offen. Die SNB sei aber dafür, dass Zentralbanken bei der Qualitätskontrolle der Verfahren zur Festlegung von Referenzzinsen mehr Verantwortung übernehmen und zu robusteren Referenzsätzen beitragen. In erster Linie liege es aber an den Marktteilnehmern, "Glaubwürdigkeit und Integrität insbesondere bei der Libor-Fixierung wiederherzustellen und zu festigen".

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