"Wir werden das Franken-Limit mit äußerster Entschlossenheit verteidigen"

"Wir werden das Franken-Limit mit äußerster Entschlossenheit verteidigen"

Gleichzeitig warnte Jordan vor Anzeichen einer Überhitzung am Markt für Wohnimmobilien.

“In der aktuellen Situation wäre eine weitere Aufwertung des Schweizer Franken eine ganz erhebliche Bedrohung der Schweizer Volkswirtschaft und trüge das Risiko deflationärer Entwicklungen in sich”, erklärte Jordan am Montag auf einer Konferenz in Zürich. “Vor diesem Hintergrund werden wir den Euro-Mindestkurs mit äußerster Entschlossenheit verteidigen.”

Bisher hat die SNB Milliarden von Euro aufgekauft, um den Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro für die europäische Gemeinschaftswährung zu halten. Eingeführt wurde das Kurslimit vor einem Jahr, um die Auswirkungen der Franken-Aufwertung zu dämpfen. Angesichts der bei null liegenden Finanzierungskosten forderte Jordan die Banken auf, bei der Kreditvergabe umsichtig zu agieren. Er konstatierte ein Risiko für “einen weiteren Aufbau von Ungleichgewichten, gefolgt von einer signifikanten Preiskorrektur” am Immobilienmarkt.

Damit wendet der Notenbankchef seine Aufmerksamkeit den Risiken zu, die rekordniedrige Zinssätze und eine stark steigende Nachfrage nach Immobilien darstellen. Im Juli wurde eine Regelung eingeführt, die es der Schweizer Regierung ermöglicht, Kreditinstitute zur Vorhaltung von zusätzlichem Kapital in Höhe von bis zu 2,5 Prozent ihrer risikogewichteten Aktiva im Heimatmarkt zu zwingen, um Bedrohungen für die finanzielle Stabilität zu dämpfen. Die SNB hatte die Regelung gefordert.

Keine Entwarnung für den Immobilienmarkt

Am 27. August erklärte die Nationalbank, angesichts von Anzeichen für eine mögliche Abschwächung der außergewöhnlich starken Dynamik am Schweizer Immobilien- und Hypothekenmarkt im zweiten Quartal werde der sogenannte antizyklische Kapitalpuffer in diesem Jahr nicht aktiviert. Dies sei jedoch keine Entwarnung für den Immobilienmarkt, betonte Jordan am Montag. Die Maßnahme diene zwei Zwecken: sie solle die Widerstandskraft des Banksystems stärken, indem sie seine Fähigkeit zum Auffangen von Verlusten vergrößere, und den Aufbau von Preisblasen verhindern helfen. Sie sei ein sehr flexibles Instrument und könne auch nur für spezielle Sektoren des Kreditmarktes aktiviert werden, führte er aus.

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