Wachstum: Schweizer Wirtschaft verdaut den starken Schweizer Franken

Wachstum: Schweizer Wirtschaft verdaut den starken Schweizer Franken

Im vergangenen Jahr ist die Schweizer Wirtschaft um 0,8 Prozent gewachsen, für 2016 wird die Prognose nun von 1,4 auf 1,5 Prozent erhöht - infrage gestellt wird der Optimismus allerdings durch das neuerliche Erstarken des Schweizer Franken.

Die Schweizer Wirtschaft dürfte den Frankenschock - die Aufhebung des Euro-Mindestkurses gegen den Schweizer Franken - weitgehend verdaut haben. Laut Experten des Bundes befindet sich die Schweizer Konjunktur trotz Risiken auf Erholungskurs. Die Wachstumsprognose für 2016 wurde daher leicht von 1,4 Prozent auf 1,5 Prozent erhöht. Für das kommende Jahr wird wie bisher ein Wachstum von 1,8 Prozent erwartet.

Die staatlichen Konjunkturexperten reihen sich damit unter die deutlich optimistischeren Herbstprognosen der Konjunkturforscher der Bakbasel und der Credit Suisse ein. 2015 war die Schweizer Wirtschaft noch um 0,8 Prozent gewachsen. Infrage gestellt werden könnte das Exportwachstum allerdings durch eine neuerlich starke Aufwertung des Schweizer Franken oder dadurch, dass die internationale Konjunktur durch den Brexit stärker gebremst werden würde. Bisher hat der EU-Austrittsentscheid der Briten zwar international die Unsicherheit erhöht, aber größere Verwerfungen an den Finanzmärkten blieben aus.

Schweizer Jobs gingen verloren

Die Schweizer Konjunkturexperten orten inzwischen eine breitere Abstützung des Wachstums auf die Wirtschaftssektoren. Auf die Stimmung und den Konsum drückt allerdings die schlechtere Lage auf dem Arbeitsmarkt.

Der Arbeitsmarkt sei bisher noch durch die Nachwirkungen der letztjährigen Konjunkturabschwächung geprägt gewesen, heißt es im Bericht der Expertengruppe des Bundes. Der über mehrere Jahre kräftige Anstieg der Beschäftigung habe sich im Verlauf des vergangenen Jahres und auch noch Anfang 2016 deutlich abgeschwächt.

Stellen gingen dabei insbesondere in der Industrie verloren. Die Talsohle scheint aber den Ökonomen zufolge inzwischen durchschritten zu sein. Mit der fortschreitenden Konjunkturerholung sei mit einer allmählich wieder anziehenden Beschäftigung im kommenden Jahr zu rechnen. Die Arbeitslosenquote dürfte 2016 und 2017 im Jahresdurchschnitt 3,3 Prozent betragen.

Starker Schweizer Franken - niedirge Zinsen

Die verschlechtere Arbeitsmarktlage sowie schwächere Reallohnzuwächse drücken auf den privaten Konsum. Er liegt bisher unter den Erwartungen. Auch die Bauinvestitionen lassen nach mehreren Jahren starken Wachstums bisher zu wünschen übrig. Die Experten beurteilen aber die Aussichten sowohl beim Konsum als auch bei den Investitionen angesichts des anhaltenden Tiefzinsumfelds und der nach wie vor wachsenden Bevölkerung für 2017 grundsätzlich positiv.

Insbesondere der Außenhandel könnte wieder vermehrt zum Wachstum beitragen. Nachdem die Exporterholung bisher stark durch die Pharmabranche getrieben wurde, dürften zunehmend auch andere Exportbereiche, etwa die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie, aber auch der Tourismus dazu beitragen, stellen die Ökonomen fest.

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