Ungarn deutet Kompromiss im Streit um Fremdwährungskredite an

Ungarn deutet Kompromiss im Streit um Fremdwährungskredite an

An dem Vorhaben, hoch verschuldeten Bankkunden unter die Arme zu greifen, könnte sich auch der Staat beteiligen, kündigte Wirtschaftsminister Mihaly Varga am Freitag in einem Fernsehinterview an. "Wir müssen eine Lösung finden, die die Lasten verteilt zwischen dem Bankensystem, dem Staatsbudget und - in kleinerem Maße - den Kreditnehmern", sagte er. Bislang hatte Ungarn eine staatliche Beteiligung ausgeschlossen.

Der Meinungsumschwung dürfte Banken wie die österreichische Erste Group, Raiffeisen, die BayernLB sowie die italienische UniCredit und Intesa Sanpaolo freuen, die zu den größten Kreditgebern in dem Land gehören.

Viele Ungarn hatten vor der Finanzkrise Darlehen in Franken oder Euro aufgenommen, die sie wegen des Kursrückgangs des ungarischen Forint nicht mehr zurückzahlen können. Ministerpräsident Viktor Orban setzte den Banken daher eine Frist bis zum 01. November, eigenen Pläne für ein Ende der Fremdwährungskredite auszuarbeiten. Vor den Parlamentswahlen im kommenden Jahr will er überschuldeten Ungarn unter die Arme greifen - was die Banken beunruhigt. Sie mussten bereits vor rund zwei Jahren Fremdwährungskredite in Forint tauschen und dabei massive Verluste hinnehmen.

Welche Belastungen den Banken nun drohen, ist noch unklar. Der Staat werde seine Pläne "umgehend" nach dem 01. November ankündigen und dabei auf ein Auslaufen der umstrittenen Kredite in den kommenden drei bis fünf Jahren und geringere monatliche Tilgungsraten für die Kunden dringen. "Wir würden gerne erreichen, dass die Rückzahlungen bei allen nächstes Jahr um etwa 15 bis 20 Prozent fallen", sagte Varga. Einen drastischen einmaligen Schnitt, der das ungarische Bankensystem destabilisieren könnte, solle aber vermieden werden.

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