Studie: Schweizer Wirtschaft vor massivem Absturz

Studie: Schweizer Wirtschaft vor massivem Absturz

Die Swiss Life Asset Managers sehen für die Schweizer Wirtschaft 2015 schwarz. Sie erwartet einen massiven Rückgang des Wirtschaftswachstums und gehen von einer ausgewachsenen Deflation aus. Die Asset Manager haben mehrere Szenarien entwickeln.

Alle drei Konjunkturszenarien haben eines gemeinsam. Sie sind düster. Sie gehen von einem deutlichen Wachstumsrückgang der bis dahin robusten Schweizer Wirtschaft aus. Ursprünglich, also vor Aufhebung des Mindestkurses, lag die Prognose für 2015 bei einem BIP von 1,5 Prozent. Die Prognose basierte auf einer Annahme zum Wechselkurs Euro/CHF auf 1.20. Für die neue Simulationen implizieren die Experten, je nach Szenario, einen Wechselkurs von 0.9, 1.0 und 1.1.

Worst Case: Negatives Wachstum

Ein BIP-Wachstum von knapp 2,4 Prozent, wie in der Spitze 2014 erreicht, rückt nach Einschätzung von Swiss Life in jedem Szenario in weite Ferne. Im optimistischten Szenario geht man von einem Euro/CHF-Kurs von 1,10 aus. Demzufolge könnte das BIP-Wachstum 2015 laut Swiss-Life-Prognose zumindest 1,1 Prozent betragen. Im zweiten Szenario legen die Schweizer Experten einen Wechselkurs von 1,0 zugrunde. Das würde ihrer Ansicht nach ein Wachstum von nur noch 0,8 Prozent erwarten lassen. Doch es könnte die Schweizer Wirtschaft noch weitaus härter treffen. Im ungünstigsten Fall könnte der Euro/CHF-Kurs auf 0,90 sinken. Ein Wachstum wäre dann, laut den Ökonomen, nicht mehr aufrecht zu erhalten. Das BIP könnte auf Minus 0,3 Prozent sinken, so die Swiss Life Asset Managers.

Deren Begründung für den deutlichen Absturz: Der Außenhandel und die Tourismusindustrie würde am stärksten betroffen sein und hätte große Auswirkungen auf die wirtschaftliche Entwicklung. Vor allem die Exporte leiden unter der Aufwertung, die Importe werden günstiger und dürften somit ansteigen. „Das ist eine Zusatzbelastung für das Schweizer Gesamtwachstum“, so die Studienautoren. In diesem sich abschwächenden Wirtschaftsklima dürfte auch die Investitionsbereitschaft der Unternehmen sinken. Allerdings dürfte das tiefere Zinsniveau einen positiven Effekt auf die Investitionen in der Baubranche haben, so Swiss Life.

Substantielle Revision der Inflationsrate

Ein weiteres Ergebnis der Studie: „Die Aufwertung des Schweizer Franken führt zu substanziellen Revisionen der durchschnittlichen Teuerungsrate für das Jahr 2015.“ Bisher, vor der Aufhebung der Wechselkursbindung, gingen die Experten von einer Inflation in Höhe von 0,3 Prozent aus. Die aktuellen Inflationsszenarien gehen jedoch im besten Fall (Euro/CHF-Kurs 1,10) bereits von einer negativen Inflation von 0,9 Prozent aus. Doch das Land könnte noch tiefer in die Deflation absacken. Bei einem Euro/CHF-Kurs von 1,00 sinkt die Inflation laut Prognose auf minus 1,4 Prozent. Beim Inflationsszenario Nr. 3 - beim Euro/CHF-Kurs von nur noch 0,90 - würde die Inflation sogar auf minus 1,9 Prozent absinken. Ursache einer negativen Inflation kann eine Nachfragelücke sein. Das bedeutet: Güter finden weniger Kunden - sie schieben ihre Käufe auf - und es wird zu viel produziert oder angeboten.

Güter aus dem Ausland haben in der Schweiz ein Gewicht von 27 Prozent im Index der Konsumentenpreise. Schwergewichtig kommt hinzu, dass auch die Energiepreise weiterhin deflationären Druck auf das Preisniveau ausüben. „Unsere ursprüngliche Prognose für die Inflationsrate ist damit in allen drei Szenarien noch negativer als bisher“, so Swiss Life. Die ursprüngliche Prognose lag bereits unterhalb der Konsensusprognose, wird aber in den drei Szenarien teilweise drastisch reduziert.

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