St. Pöltner Franken Affäre: RLB nannte Kurs von 1,35 als "Worst Case"

St. Pöltner Franken Affäre: RLB nannte Kurs von 1,35 als "Worst Case"

St. Pöltener Finanzdirektor erklärt als Zeuge: RLB nannte Frankenkurs von 1,35 als "worst-case". Die Gefährlichkeit des Produktes war nicht erkennbar und die Bank hat immer beruhigt.

Im Rechtsstreit zwischen der niederösterreichischen Landeshauptstadt St. Pölten und der Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien (RLB NÖ-Wien) konnten sich die beiden Kontrahenten am heutigen ersten Verhandlungstag vor dem Handelsgericht Wien nicht auf einen Vergleich einigen. "Es wurde sehr lange über eine Vergleichsmöglichkeit diskutiert, auch der Richter war sehr bemüht, aber man konnte sich nicht auf ein Prozedere einigen", verlautete aus dem Gericht zur APA. Die RLB sei in dieser ersten Runde sehr wenig vergleichsbereit gewesen.

Als erste Zeuge wurde der Finanzdirektor der Stadt St. Pölten, Ernst Knoth, befragt. Er argumentierte, von der Bank sei im Zusammenhang mit dem Abschluss des Swap-Geschäftes ein Franken-Euro-Kurs von 1,35 als "worst-case" genannt worden. Von dem seien alle ausgegangen. Zum Vergleich: derzeit liegt er etwa bei 1,20.

Es ist laut Knoth absolut nicht erkennbar gewesen, wie toxisch das Produkt gewesen ist. Wie berichtet, hat sich der vermeintlich risikoarme Swap aus 67 hochkomplizierten und auf 20 Jahre verteilten Optionen zusammengesetzt. Schon kleinste Kursveränderungen hätten zu extremen Bewegungen und Veränderungen des Barwertes geführt, so Knoth. Der Barwert des Produkte sei anfangs aber gar nicht erkennbar gewesen, er sei zunächst von der RLB nicht bekannt gegeben worden.

"Seitens der Bank wurden wir immer beruhigt", sagt die Stadt. "Die Bank hat gesagt, man darf die Finanzmärkte nicht überbewerten, es beruhigt sich alles schon wieder."

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