SNB wird Euro-Mindestkurs zum Franken erst 2015 abschaffen

SNB wird Euro-Mindestkurs zum Franken erst 2015 abschaffen

"Die erste Gelegenheit, die Untergrenze abzuschaffen ohne eine starke Franken-Aufwertung zu riskieren, kommt, wenn andere Notenbanken mit der Zinserhöhung beginnen", sagte Alessandro Bee von der Bank J. Safra Sarasin. "Das sollte ab 2015 der Fall sein."

Auf jeden Fall wird die SNB den Experten zufolge bei der Vorlage ihrer neuen geldpolitischen Lagebeurteilung am Donnerstag nicht am Mindestkurs rütteln. In einer Reuters-Umfrage prognostizierte eine knappe Mehrheit von zwölf der 23 befragten Volkswirte, dass die Schweizer Währungshüter bis ins kommende Jahr an der Kursuntergrenze festhalten. Der verbleibende Rest gab an, dass mit einem Bestehen des Mindestkurses bis 2015 oder darüber hinaus gerechnet wird.

SNB hatte den Mindestkurs für die Hauptexportwährung Euro im September 2011 festgelegt und die Mitglieder des Direktoriums haben wiederholt betont, dass er mit aller Konsequenz durchgesetzt wird - wenn nötig mit Devisenkäufen in unbeschränkter Höhe. Aktuell wird die Gemeinschaftswährung zu Kursen um 1,2315 Franken gehandelt.

Eine Anhebung der Kursuntergrenze durch die Notenbank gilt praktisch als ausgeschlossen. "Das würde zu Spekulationen einladen, das neue Niveau zu testen", erklärte Timo Klein von IHS Global Insight. Auch dass die SNB zusätzliche Maßnahmen ergreift, um einen Geldzustrom in den Franken zu unterbinden, hält eine Mehrheit der Befragten für unwahrscheinlich.

Kein Abrücken von der Nullzinspolitik

Dass die Währungshüter am Donnerstag von ihrer Nullzinspolitik abweichen, erwartet keiner der insgesamt 34 befragten Volkswirte. Sie rechnen im Schnitt damit, dass die SNB für dieses Jahr 1,5 Prozent Wirtschaftswachstum prognostiziert und damit etwas optimistischer ist als vor drei Monaten. Im März war ein Wachstum von ein bis 1,5 Prozent veranschlagt worden. Inflation dürfte auf absehbare Zeit kein Thema sein. Nach einem leicht rückläufigen Preisniveau in diesem Jahr dürfte die Inflation 2014 und 2015 weit unter der von der Notenbank als Stabilitätsgrenze definierten Marke von zwei Prozent bleiben.

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