Schweiz: 1,5 Prozent BIP-Wachstum trotz starkem Franken

Schweiz: 1,5 Prozent BIP-Wachstum trotz starkem Franken

Mit der Aufhebung des Euro-Mindestkurses und dem Erstarken des Schweizer Franken gegenüber dem Euro wurde der Wirtschaft ein Schlag versetzt. SNB-Chef Thomas Jordan glaubt dennoch an 1,5 Prozent BIP-Wachstum und bis zu zwei Prozent Inflation.

Die Schweizer Wirtschaft wie nach Einschätzung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) 2016 trotz Nachwehen durch die Aufhebung des Euro-Mindestkurses von 1,20 Schweizer Franken vor einem Jahr um 1,5 Prozent wachsen. "Wir gehen davon aus, dass die Wirtschaft sich langsam an die Aufwertung des Franken gegenüber dem Euro anpassen wird", sagt SNB-Chef Thomas Jordan in einem SRF-Fernsehinterview. Mit dem Ende des Mindestkurses hatte die SNB für eine rapide Aufwertung des Frankens im Vergleich zur wichtigsten Exportwährung Euro gesorgt und damit die exportorientierte Schweizer Wirtschaft gebremst.

Link: Aktueller Wechselkurs Euro/Schweizer Franken

Auch der Schweizer Einzelhandel, der unter einem regen Einkaufstourismus ins günstigere Deutschland leidet, komme mit der Situation gut zurecht: "Die Notwendigkeit für viele Leute ins Ausland zu gehen reduziert sich in der nächsten Zeit sehr wahrscheinlich sehr dramatisch", sagt Jordan. Er selbst fahre nie zum Shoppen ins Ausland: "Ich kaufe immer in der Schweiz ein", sagt er.

Die Idee, einen Teil der 560 Mrd. Franken (515,5 Mrd. Euro) umfassenden Devisenreserven der Notenbank von einer Art Staatsfonds verwalten zu lassen, lehnt Jordan ab. Auch wenn die Exportwirtschaft ächzt, so profitieren manche Branchen vom starken Schweizer Franken - mehr dazu unter diesem Link.

Inflationsziel: Zwischen 0 und 2 Prozent

Trotz der negativen Preisentwicklung hält die SNB an ihrem Inflationsziel zwischen null und zwei Prozent fest. "Es gibt immer wieder Phasen - und jetzt sind wir gerade in so einer Phase - wo Ausnahmen vorkommen", sagt Jordan.

Das Inflationsziel der Notenbank müsse jedoch über einen längeren Zeitraum betrachtet werden. Derzeit sorgten außerordentliche Faktoren wie der niedrige Ölpreis, der starke Franken und der geringere Wert von importierten Gütern aus dem Euroraum für eine niedrige Teuerung. Sie lag im Dezember im Jahresvergleich bei minus 1,3 Prozent.

Dies sei zwar "nicht eine optimale Situation, aber Teil des Anpassungsprozesses, in dem wir jetzt sind", sagte Jordan. Auch bei einer niedrigeren Teuerung als von der SNB erwünscht seien nicht immer sofort extreme geldpolitische Maßnahmen nötig.

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