Schweizerische Notenbank: Harter Franken belastet, Gold sorgt für Gewinn

Schweizerische Notenbank: Harter Franken belastet, Gold sorgt für Gewinn

Der Gewinn der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ist im vergangenen Jahr um 47 Prozent gefallen, wie die SNB in Zürich am Donnerstag in einer Erklärung mitteilte. Auf das Ergebnis drückten Wechselkursverluste aufgrund der Aufwertung des Franken.

Der Gewinn sank auf 6,9 Mrd. Schweizer Franken (5,6 Mrd. Euro), nach 13,1 Mrd. Franken 2011. Die Zahl für das vergangene Jahr wurde aufgrund einer Umstellung der Rechnungslegung auf Fair Value von ursprünglich 13,5 Mrd. Franken revidiert. Das am heutigen Donnerstag veröffentlichte Ergebnis entspricht der Schätzung, die am 17. Jänner bekannt gegeben wurde.

Im Zuge der Bemühungen, einen Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro zu gewährleisten, hat die SNB Fremdwährungsreserven von mehr als 420 Mrd. Franken angesammelt, die Hälfte davon in Euro. Ein Großteil dieser Reserven ist in Staatsanleihen mit einer erstklasssigen Bonitätsnote investiert.

Die Fremdwährungspositionen trugen 4,5 Mrd. Franken zum Konzerngewinn der SNB bei, 42 Prozent weniger als im vergangenen Jahr, als sie 7,7 Mrd. Franken beisteuerten. Das liegt teilweise am Anstieg der Schweizer Währung gegenüber dem Yen und dem Dollar, auf die mehr als ein Drittel der Reserven zum Jahresende entfielen.

Im vergangenen Jahr stieg der Franken um 13 Prozent zum Yen, was zu einem Wechselkursverlust von 4,7 Mrd. Franken führte, und 2,7 Prozent gegenüber dem Dollar, was der SNB ein Minus von 4,8 Mrd. Franken einbrachte.

Goldanlagen mit Gewinn

Die Bewertungsgewinne bei Gold steuerten 1,4 Mrd. Franken bei, nach 5,4 Mrd. Franken im Vorjahr. Auf Franken-Basis zog der Goldpreis im vergangenen Jahr um 2,8 Prozent an, während er 2012 noch um 12 Prozent geklettert war.

Der Gewinn der SNB ist in der Schweiz von öffentlichem Interesse, nachdem die Notenbank 2010 nach einem kräftigen Anstieg des Franken einen Rekordbuchverlust von 19 Mrd. Franken verzeichnete. Der Verlust, der größte in ihrer Geschichte, löste bei einigen Politikern Kritik an der geldpolitischen Strategie des damaligen Präsidenten Philipp Hildebrand aus und führte zu einer Senkung der Jahresdividende, die die SNB an die 26 Kantone ausschüttet. Dieses Jahr wird sie eine Milliarde Franken an die Kantone und den Bund zahlen.

Die Devisenbestände der SNB sind im Februar allerdings zum fünften Mal in Folge zurückgegangen. Die nach den Standards des Internationalen Währungsfonds (IWF) berechneten Reserven beliefen sich auf 427,7 Milliarden Franken. Sie waren damit um 1,8 Milliarden geringer als im Jänner. Trotz der Unsicherheiten wegen der Wahlen in Italien war der Euro im Februar nie an die Marke von 1,20 Franken herangekommen, die die SNB mit Devisenmarktinterventionen verteidigt.

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