Schweizer Notenbankchef Jordan: Franken bleibt hoch bewertet

SNB-Chef Thomas Jordan

SNB-Chef Thomas Jordan: "Der Franken bleibt hoch bewertet."

Die Schweizer Notenbank hat "überhaupt kleine Eile", ihren Kurs zu ändern. Notenbankchef Thomas Jordan bekräftigt in einem Interview mit dem Schweizer Fernsehsender SRF seine Linie und erteilt Kryptowährungen wie dem Bitcoin eine Abfuhr: "Sie sind ein Phänomen der Spekulation."

Die Geldpolitik der Schweizerische Notenbank SNB wird in Österreich genau beobachtet. Mit gutem Grund, sind doch viele Gemeinden, Institutionen, Unternehmen und auch Privatpersonen in Franken verschuldet und die aufgenommenen Kredite seit dem Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahr 2007 empfindlich teurer geworden.

Seit Jahren kämpft die SNB mit allen Mitteln gegen den starken Franken, und sie wird das - wie nun Notenbankchef Thomas Jordan in einem Interview mit dem Schweizer Fernsehsender SRF betont - auch weiter tun. "Seit Sommer 2017 ist die deutliche Überbewertung etwas zurückgekommen. Aber der Franken bleibt noch hoch bewertet", sagt Jordan. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) peile Preisstabilität an und richte ihre Geldpolitik so aus, dass dieses Ziel mittelfristig möglichst gut erreicht werde. Jordan: "Die Inflation in der Schweiz ist immer noch sehr tief, deutlich unter zwei Prozent, sogar unter einem Prozent. Es gibt überhaupt keinen Grund hier zur Eile."

Die Notenbank stemmt sich mit Negativzinsen und Devisenmarktinterventionen gegen eine Aufwertung des Frankens. Jordan und seine beiden Direktoriumskollegen haben wiederholt betont, dass sie an dieser Politik festhalten wollen. Beim Abbau der durch die Devisenmarkteingriffe stark aufgeblähten SNB-Bilanz sieht Jordan die Notenbank nicht unter Druck: "Wir haben überhaupt keinen Zwang, hier rasch voranzugehen. Wir müssen hier vorsichtig vorgehen und genau die Auswirkungen einer Reduktion der Bilanz auf die monetären Bedingungen abschätzen können."

Spekulationskiste Kryptowährungen

Erneut warnte Jordan auch vor den Risiken virtueller Währungen - aktuell notiert der Bitcoin bei rund 10.450 Dollar und hat somit zum Wochenbeginn gleich wieder rund zehn Prozent seines Werts abgegeben. "Ich glaube, diese Bitcoins oder diese Kryptowährungen sind ein Phänomen der Spekulation", sagte er. Für die Aufsichtsbehörden stelle sich die Frage, wie sie damit umgehen sollen. "Bitcoin und andere Kryptowährungen haben einige Eigenschaften wie andere Anlageinstrumente. Da muss man sich überlegen, wie man das entsprechend macht."

Während Jordan Bitcoins und Kryptowährungen kritisch sieht hält er die dahinterstehende Blockchain-Technologie für überaus interessant. Die Schweiz hat bereits angekündigt, dass sie bis zum Jahresende die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Blockchain-Technologie ausloten will.


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