Schweizer Immomarkt erreicht "Risikozone"

Schweizer Immomarkt erreicht "Risikozone"

Damit steht die Schweizerische Nationalbank (SNB) unter Druck, Sondermaßnahmen zur Eindämmung des Immobilienbooms zu ergreifen.

In den drei Monaten bis September ist der Index auf 1,02 Punkte gestiegen, nach 0,82 Punkten im Vorquartal, wie die UBS AG aus Zürich am Montag in einer Mitteilung schrieb. Ein Wert über 1 signalisiert ein “Risiko”, erklärte die Großbank.

Die Schweizer Regierung hat im Juli Maßnahmen zur Reduzierung von Hypothekenkreditrisiken eingeführt, darunter auch Verordnungen, die es ihr ermöglichen, die Kapitalanforderungen für alle Banken um bis zu 2,5 Prozent der gesamten heimischen risikogewichteten Vermögenswerte zu erhöhen, um auf spezielle Segmente des Kreditmarktes einzuwirken. Der SNB-Vize-Vorsitzende Jean-Pierre Danthine sagte im Oktober, er fühle sich unbehaglich angesichts der Immobilienentwicklung in der Schweiz.

“Obwohl das Bevölkerungswachstum für Preiserhöhungen spricht, wird das hohe Preisniveau zunehmend durch die Nachfrage nach Immobilien als Investment sowie die niedrigen Zinsen gestützt”, schrieben die UBS-Ökonomen Matthias Holzhey und Claudio Saputelli in der Erklärung. “Der weiterhin starke Anstieg der Hypothekenverbindlichkeiten der privaten Haushalte zeigt keinerlei Anzeichen für ein Nachlassen. Das ist ein gefährlicher Trend, da beide Antriebsfaktoren leicht einen Rückschlag erleben und eine Preiskorrektur auslösen können.”

Jährlich ziehen etwa 50.000 Personen in die Schweiz, die eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten in Europa und eine der höchsten pro-Kopf-Einkommen in der Region aufweist. Die beiden Faktoren sowie eine Steuerquote von 28,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, verglichen mit einem OECD-Durchschnitt von 33,8 Prozent, locken Ausländer in die Alpenrepublik mit ihren 8 Millionen Einwohnern. Das hat zu einem Rückgang der offenen Stellen und einem Anstieg der Mieten in Zürich und Genf geführt.

Franken-Druck auf die SNB nimmt ab

Wie die Schweizerischen Nationalbank (SNB) am Montag mitteilte, sind die Giroguthaben der Schweizer Banken bei der SNB auf den tiefsten Stand seit gut zwei Monaten gesunken. Sie beliefen sich in der Woche zum 2. November auf durchschnittlich 290,68 Milliarden Franken. Das sind 2,63 Milliarden Franken weniger als eine Woche zuvor und der niedrigste Stand seit der letzten Augustwoche.

Die Entwicklung der Giroguthaben gilt als Indiz dafür wie stark die SNB in Devisenmarkt interveniert, um die Euro-Untergrenze von 1,20 Franken zu verteidigen. Der Franken-Gegenwert der Euro, die die SNB von Banken aufkauft, wird den Girokonten gutgeschrieben. Die Gemeinschaftswährung war Ende Oktober wieder unter die Markte von 1,21 Franken gerutscht und wurde am Montag zu Kursen um 1,2065 gehandelt.

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