Schweizer Franken: SNB bleibt trotz Euro-Erholung bei Negativzinsen

Schweizer Franken: SNB bleibt trotz Euro-Erholung bei Negativzinsen

Langsam erholt sich der Kurs des Euro gegenüber dem Schweizer Franken. Von einem wirklich fairen Wert ist er aber noch ein gutes Stück entfernt. Die Schweizer Nationalbank bleibt daher bei weiter bei Tiefstzinsen.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wird trotz der jüngsten leichten Abwertung des Frankens zum Euro an ihrem Kurs mit Negativzinsen festhalten. Erwartet wird, dass der Leitzins unverändert in der Spanne von minus 1,25 bis minus 0,25 Prozent bleiben wird. Der Strafzins, den Banken für Einlagen bei der Notenbank bezahlen müssen, dürfte unverändert bei minus 0,75 Prozent bleiben.

Währungsspezialisten gehen davon aus, dass die SNB ihre Zinsen erst mit einigem Respektabstand zur Europäischen Zentralbank (EZB) angreift, also wohl frühestens im Jahr 2019. Die SNB ist an einem möglichst schwachen Franken interessiert, denn das macht die Waren der exportorientierten Schweizer Wirtschaft im Ausland günstiger.

Euro erholt sich langsam

Die Eurokrise, in deren Sog der Franken sprunghaft aufgewertet hatte - von knapp 1,60 Franken je Euro bis zum Tiefstand, als der Franken sogar mehr wert war als der Euro - ebbt langsam ab. Seit der letzten SNB-Zinsentscheidung im Juni hat der Euro zum Franken rund fünf Prozent zugelegt, aktuell liegt der Wert des Euro bei etwa 1,15 Franken (--> Wechselkurs EUR/CHF), mit Tendenz nach oben.

Die immer noch rund hunderttausend österreichischen Franken-Kreditnehmer sowie die vielen öffentlichen Stellen, die noch Frankenkredite mitschleppen können daher etwas erleichtert sein, zumal die SNB weiter in Alarmbereitschaft und bereit ist, bei Bedarf einzugreifen und den Franken zu schwächen, also wieder mit selbst gedruckten Franken Euro oder Dollar zu kaufen.

"Die SNB ist entspannt, so wie sich der Franken entwickelt, aber noch nicht entspannt genug", sagte Analystin Cornelia Luchsinger von der Zürcher Kantonalbank. Auch sie erwartet keine Änderung der Geldpolitik. Die Notenbank selbst wollte sich zuletzt nicht auf eine Wortwahl festlegen. "Die Situation ist fragil", hatte SNB-Präsident Thomas Jordan in einem Interview mit der Zeitung "Finanz und Wirtschaft" gesagt. Denn zum Dollar habe der Franken an Wert gewonnen.

Ein Service von trend in Kooperation mit bankdirekt.at. Alle Kursinformationen sind nach den Bestimmungen der jeweiligen Börse verzögert. Technologie und Daten von Teletrader.


Schweizer Franken

Frankenschwäche lässt Schweizer Wirtschaft jubeln

Schweizer Franken

Schweizer Franken: Schwächeanfall oder das Ende der Stärke?

Schweizer Franken

Schweizer Notenbank spielt auf Zeit: Negativzinsen bleiben