Schweizer Franken: Notenbank SNB bleibt bei Negativzinsen

Schweizer Franken: Notenbank SNB bleibt bei Negativzinsen

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hält weiter an ihrer Geldpolitik fest. Der Leitzins wurde bei der vierteljährlichen Lagebeurteilung bei durchschnittlich minus 0,75 Prozent belassen. Es wird auch weitere Eingriffe am Devisenmarkt geben. enkredite

Im Westen nichts Neues: Die Schweizer Nationalbank (SNB) hat in ihrer vierteljährlichen Zinssitzung beschlossen, weiter an den Negativzinsen von 0,75 Prozent festzuhalten. Die Bank hält sich auch weiterhin Eingriffe am Devisenmarkt offen, um eine wirtschaftsschädliche Aufwertung des Frankens zu verhindern. "Die Lage am Devisenmarkt ist weiterhin fragil, und der Negativzins sowie die Bereitschaft der Nationalbank, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren, bleiben deshalb unverändert notwendig", erklärte die SNB.

Frankenkreditnehmer können daher weiter mit extrem niedrigen Zinsen rechnen, durch die die starke Aufwertung des Schweizer Franken zumindest teilweise kompensiert wird.

Der Schweizer Franken, hat nach einer längeren Phase der Abschwächung zuletzt angesichts der Sorgen um die Zukunft der Eurozone und der Turbulenzen bei der Regierungsbildung in Italien wieder gegenüber dem Euro aufgewertet und den höchsten Wert seit über einem halben Jahr erreicht. Das stellt die Schweiz vor Probleme, denn ein starker Franken macht Schweizer Waren im Ausland teuer und schadet somit der exportorientierten Wirtschaft.

Aus Sicht der SNB ist der Franken weiterhin hoch bewertet. Zudem erwähnte die SNB in ihrer Erklärung - anders als beim letzten Mal - Risiken. "Im Vordergrund stehen politische Entwicklungen in einzelnen Ländern wie auch mögliche internationale Spannungen und protektionistische Tendenzen", erklärte sie. Dennoch zeichne sich für die kommenden Monate generell eine gute Wirtschaftsentwicklung ab.

Keine Zinserhöhung in Sicht

Wann und ob die SNB die Zinsen erhöht, hängt nach Einschätzung vieler Experten auch von der Europäischen Zentralbank (EZB) ab. Diese hatte vergangene Woche zwar ein Auslaufen ihrer Anleihekäufe zum Jahresende angekündigt - zeitgleich aber eine Zinserhöhung frühestens für Herbst 2019 in Aussicht gestellt. Viele Ökonomen erwarten, dass die SNB hier der EZB den Vortritt lassen will und erst nach ihr die Zinsen anhebt. Einige halten unter bestimmten Umständen jedoch auch ein Vorpreschen der Schweizer für möglich.

Die Schweizer Wirtschaft entwickelt sich gut: Für das laufende Jahr gehen die Währungshüter unverändert von einem Wachstum von rund zwei Prozent aus. Die Inflation dürfte sich bis 2020 in der von der SNB angestrebten Bandbreite zwischen null und zwei Prozent bewegen. Erst Anfang 2021 würde sie nach den Berechnungen der Notenbank bei einem konstanten Leitzins 2,2 Prozent erreichen. Damit besteht für die Währungshüter mittelfristig Handlungsbedarf.

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