Schweizer Franken könnte bei einem Brexit steigen

Auch der Schweizer Franken würde von einem Brexit beeinflusst, sagt SNB-Vizepräsident Fritz Zurbrügg - denn in wirtschaftlich stürmischen Zeiten segeln Anleger in den sicheren Hafen. Zurbrügg hält den Schweizer Franken für überbewertet, die SNB möchte weiterhin intervenieren.

Schweizer Franken könnte bei einem Brexit steigen

Ein möglicher britischer Austritt aus der EU könnte nach Einschätzung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zu Verwerfungen beim Schweizer Franken-Wechselkurs führen. Die Unsicherheit in Zusammenhang mit der Brexit-Abstimmung von 23. Juni sei in der Politik und an den Finanzmärkten groß, sagte SNB-Vizepräsident Fritz Zurbrügg in einem Interview der "Basler Zeitung" (Samstagsausgabe). "Wenn sich deshalb das internationale Währungsgefüge bewegt, dann kann das auch den Franken beeinflussen." Bei vielen Anlegern ist die Schweizer Währung insbesondere in unsicheren Zeiten als sicherer Hafen gefragt.

Schweizer Franken noch immer überbewertet

Obwohl sich der Franken zum Euro stabilisiert habe, sei die Schweizer Währung noch immer deutlich überbewertet, sagte Zurbrügg. Er bekräftige, dass die Notenbank bei Bedarf auch in Zukunft am Devisenmarkt intervenieren werde, um eine weitere Aufwertung des Frankens zu verhindern. Zudem schloss er auch eine weitere Senkung des Leitzinses, der gegenwärtig bei rekordtiefen minus 0,75 Prozent liegt, nicht aus. Vor jeder geldpolitischen Entscheidung wäge die SNB die Auswirkungen der Negativzinsen auf die Sparer oder auf die Bargeldnachfrage neu ab, erklärte Zurbrügg. "Aber grundsätzlich bleibt es möglich, dass wir den Zins weiter senken."

Die Notenbank will den Franken für ausländische Investoren unattraktiver machen. Denn eine Aufwertung des Franken schadet der exportorientierten Schweizer Wirtschaft.