Starker Schweizer Franken: Exporteure hoffen auf Deutschland

Starker Schweizer Franken: Exporteure hoffen auf Deutschland

Der starke Schweizer Franken hat den Exporteuren stark zugesetzt, nun setzen vor allem KMU auf Deutschland: 80 Prozent von ihnen rechnen damit, im nächsten Halbjahr mehr ins Nachbarland exportieren zu können. Dieser Wert ist seit 2010 recht konstant - trotz Konjunkturschwankungen und Frankenschock.

Der deutsche Markt bietet den Schweizer Unternehmen gleich mehrere Vorteile, wie das von der Exportförderung Switzerland Global Enterprise für die Großbank Credit Suisse erstellte KMU-Exportbarometer des ersten Quartals zeigt.

Neben geografischer und kultureller Nähe, großem Marktvolumen und gutem Ruf der Schweizer Produkte zählt das von der CS erwartete deutsche Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent 2016 zu den Trümpfen.

Wechselkurs des Schweizer Franken als Hauptproblem

Hauptproblem bei der Ausfuhr nach Deutschland ist aber für 47 Prozent der befragten KMU der Preis wegen der Frankenstärke. 30 Prozent klagen über administrative Hürden.

Diesen Problemen wollen 56 Prozent mit mehr Innovation begegnen, 35 Prozent setzen auf Marketing und Vertrieb. Dagegen sehen nur 1 Prozent Preiserhöhungen vor und 6 Prozent vertrauen auf die Digitalisierung.

Insgesamt 50,9 Prozent der Unternehmen erwarten, dass der Anteil ihrer Ausfuhren nach Deutschland gemessen an den Gesamtexporten bis 2020 steigt. 40 Prozent gehen von einem zumindest gleichbleibenden Anteil aus.

Das Exportbarometer, das die wichtigsten Absatzländer umfasst, zeigt einen Wert von 0,92, leicht unter dem langjährigen Schnitt von 1. Im Vergleich zum Vorquartal mit einem Stand von 1 blieb die Nachfrage aus dem Ausland im ersten Quartal damit praktisch unverändert. Ab Null signalisiert der Indikator Wachstum.

Die anhaltend robuste Nachfrage dürfte Impulse aus der Eurozone, den USA und China erhalten. Unverändert bleibt auch, dass der leicht schwächere Franken beim Profitieren von der ausländischen Nachfrage hilft.

Stimmung auf höchstem Stand seit dem "Frankenschock"

Die KMU-Exportstimmung erreichte zu Beginn des zweiten Quartals einen Stand von 56 Punkten. Damit liegt die Stimmung so hoch wie seit der Aufgabe des Euro-Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank ("Frankenschock") im ersten Quartal 2015 nicht mehr. Im ersten Quartal 2016 lag die Stimmung noch bei 51,4 Punkten, wobei die Wachstumsschwelle bei 50 Zählern liegt.

Dabei erwarteten 34,4 Prozent der KMU für das kommende Quartal einen Exportzuwachs. Im Vorquartal waren es erst 31,5 Prozent gewesen. 51,3 Prozent gehen aktuell von einer Stagnation aus.

Bei den Exportzielen gaben 89 Prozent an, sie exportierten im kommenden Halbjahr nach Europa. Dabei liegt Frankreich hinter Deutschland auf Platz zwei.

Schweiz goes Asia: China vor Japan und Indien

49 Prozent peilen den Raum Asien/Pazifik an, wobei das Vertrauen in China sank. Dennoch liegt das Reich der Mitte in der Region an erster Stelle vor Japan und Indien. 26 Prozent wollten in den Nahen Osten exportieren, wobei besonders Iran Hoffnungen weckt. Nach Nordamerika dürften 44 Prozent der KMU exportieren. Bei dieser Frage sind Mehrfachnennungen möglich.

In fünf der acht untersuchten Branchen rechneten die KMU mit steigenden Ausfuhren. Insbesondere Maschinenbau, Elektronik und Papier steigen optimistisch ins kommende Quartal. Eine Stagnation erwarten dagegen die Unternehmen der Metallindustrie. Pessimistisch sind einzig die Sektoren Chemie/Pharma und Konsumgüter.

Zur Berechnung der KMU-Exportstimmung werden über 200 Schweizer KMU befragt, ob sie im laufenden Quartal im Vergleich zum Vorquartal einen Zuwachs, eine Stagnation oder einen Rückgang ihrer Exporte erwarten.

Schweizer Franken

Schadenersatz für Schweizer Franken Kreditnehmer

Schweizer Franken

Schweizer Franken: SNB bleibt trotz Euro-Erholung bei Negativzinsen

Schweizer Franken

Frankenschwäche lässt Schweizer Wirtschaft jubeln