Schelling: "Keine staatliche Hilfe für Franken-Kreditnehmer"

Schelling: "Keine staatliche Hilfe für Franken-Kreditnehmer"

Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) nimmt wegen der Frankenaufwertung die Banken in die Pflicht.

Die Aufwertung des Schweizer Franken gegenüber dem Euro kommt auch viele Kreditnehmer in Österreich teuer zu stehen. Geht es nach Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP), dürfen Kreditnehmer auf keine Unterstützung vom Staat hoffen.

"Es würden auf keinen Fall Sondergesetze in Frage kommen", so Schelling: „Wir können nicht jene bestrafen, die rechtzeitig ausgestiegen sind", sagte der Finanzminister (ÖVP) gegenüber ORF Vorarlberg. Schelling war Donnerstagabend beim Neujahrsempfang des Wirtschaftsbundes in Bregenz.

Stattdessen sollen die Banken einspringen. "Vor allem bei der Stop-Loss-Order müsse man nachdenken, ob hier die Banken nicht Hilfestellungen leisten könnten", so Schelling weiter. Eine Möglichkeit sehe er in der Umwandlung längerfristiger Kredite.

Stop-Loss-Order bzw. Limitaufträge sollten eigentlich das Wechselkursrisiko eines Fremdwährungskredites begrenzen. Verändert sich der Kurs einer Fremdwährung - also etwa des Franken - über eine bestimmte vereinbarte Grenze hinaus, sollte der Fremdwährungskredit automatisch in Euro konvertiert werden. Damit sollten Verluste durch weitere Kursverschlechterungen vermieden werden.

Rund 150.000 Österreicher haben Franken-Kredite - und nehmen damit EU-weit eine Spitzenposition ein. Die Idee dazu entstand vor 20 Jahren in Vorarlberg.

Lesen sie mehr dazu im Hintergrund "Verzockt" - Österreicher in der Franken-Falle

Gute Nachricht für Franken-Kreditnehmer: Zumindest die Zinsen bleiben in der Schweiz weiter günstig.

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