OECD: SNB muss zur Unterstützung des Immobilienmarktes Zinsen anheben

OECD: SNB muss zur Unterstützung des Immobilienmarktes Zinsen anheben

Die Schweizerische Nationalbank wird nach Einschätzung der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) möglicherweise die Zinsen erhöhen müssen. Das könne nötig werden, um den boomenden Immobilienmarkt des Landes zu kontrollieren, so die OECD.

“Angesichts des robusten Anstiegs bei Hypothekenkrediten und des Preisdrucks in einigen Segmenten des Immobilienmarktes wird die Schweizerische Nationalbank möglicherweise die Zinsen erhöhen müssen”, schrieb die OECD in ihrem am Mittwoch veröffentlichten Wirtschaftsausblick, nannte aber keinen Zeitrahmen. “Da die Inflation weiterhin recht niedrig bleiben dürfte, ist die Nullzinspolitik für den Prognosehorizont angemessen.”

Die Schweiz erlebt den stärksten Eigenheimboom seit zwei Jahrzehnten, ein Nebenprodukt der lockeren Geldpolitik der SNB. Die Schweizer Notenbank hatte im September einen Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro eingeführt, um die Wirtschaft vor Deflation und Rezession infolge der Turbulenzen im Euroraum zu schützen. Einen Monat zuvor hatten die Währungshüter die Zinsen auf null gesenkt.

Niedrige Zinsen könnten zu Instabilität führen

“Die Hypothekenkredite und die Preiszuwächse in einigen Segmenten des Eigenheimmarktes haben einen Punkt erreicht, wo ihre Tragfähigkeit fragwürdig ist”, erklärte die in Paris ansässige Institution. “Die niedrigen Zinsen könnten den Preisauftrieb im Eigenheimmarkt anheizen und im weiteren Verlauf zu möglicher Instabilität führen, insbesondere wenn die Zinsen von den historischen Tiefs wieder steigen.”

In einer von Bloomberg am 9. Mai veröffentlichten Umfrage rechnete kein einziger Volkswirt damit, dass die SNB die Zinsen vor dem dritten Quartal 2014 erhöht.

Die SNB hat wiederholt vor den Risiken am Immobilienmarkt gewarnt. Vizepräsident Jean-Pierre Danthine sagte im vergangenen Monat, dass das Verhältnis von Hypothekenkrediten zum Bruttoinlandsprodukt unhaltbar geworden sei. Die Schweizer Regierung kündigte im Februar auf Drängen der Zentralbank an, dass die Banken ab 30. September zusätzliches Kapital als Puffer gegen Hypothekenrisiken vorhalten müssen.

Wirtschaft passt sich an Franken-Stärke an

Die Verbraucherpreise dürften im nächsten Jahr nicht mehr sinken, da die Wirtschaft sich an die Franken-Stärke anpasst, erwartet die OECD. Das entspricht auch der Prognose der SNB. “Es gibt Anzeichen, dass die Aufwertung aufgefangen wird, einige Preise steigen wieder und in einigen der betroffenen Exportbranchen ist eine Erholung festzustellen”, heißt es.

Die OECD rechnet für die Schweizer Wirtschaft in diesem Jahr mit einem Wachstum von 1,4 Prozent und einer Beschleunigung der Rate auf 2 Prozent 2014.

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