Berater empfehlen Polen freiwillige Lösung bei Schweizer Franken-Krediten

Polen sollte nach Einschätzung von Beratern des Präsidenten bei den Problemen mit Schweizer Franken-Krediten auf eine freiwillige Lösung setzen. Die Experten schlugen vor, dass die Banken jedem betroffenen Kunden Optionen anbieten müssen. Die Empfehlungen sehen unter anderem vor, die Kreditnehmer im Tausch für ihre Immobilie aus den Verträgen zu entlassen.

Berater empfehlen Polen freiwillige Lösung bei Schweizer Franken-Krediten

Die Geldhäuser hätten demnach auch die Möglichkeit, den Kunden überzahlte Beträge zurückzuerstatten oder die Franken-Kredite in Zloty-Darlehen umzuwandeln. Präsident Andrzej Duda muss nun darüber entscheiden.

Die Berater gehen davon aus, dass weder die Zentralbank noch der Staatshaushalt belastet würden. Die Banken sollten eine Zweckgesellschaft gründen. Die Kosten für die vorgeschlagene Lösung schätzten die Berater auf umgerechnet 9,2 Mrd. Euro, die über 30 Jahre gestreckt werden könnten.

Polenb setzten auf Schweizer Franken

In den Jahren 2007 und 2008 hatten rund 500.000 Polen Hypotheken in der Schweizer Währung aufgenommen, da dafür deutlich geringere Zinsen fällig wurden. Inzwischen ist der Franken zum Zloty aber um gut 80 Prozent nach oben geschnellt - die Schuldenlast der Hausbauer stieg dadurch massiv an.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte die polnische Regierung gewarnt, einen zunächst geplanten Zwangsumtausch von Franken-Krediten in Zloty einzuführen. Dies könnte das Finanzsystem untergraben und das Wirtschaftswachstum ausbremsen. Stattdessen sollte die Regierung fallweise unter Druck geratene Hypothekenschuldner unterstützen. Polens Zentralbank befürchtet, dass durch den Zwangsumtausch rund 70 Prozent des Bankensektors in die roten Zahlen rutschen könnten.

Duda wollte Frankenkredite umschreiben

Duda wollte ursprünglich die Bürger entlasten und die Banken zwingen, die Kredite in Zloty umzuschreiben. Polnische Banken und ihre ausländischen Eigentümer hatten sich dagegen gewehrt. So hatten Commerzbank, Deutsche Bank, die österreichische Raiffeisen Bank International (RBI) und andere Häuser die polnische Politik in Briefen vor der Umsetzung des Plans gewarnt.