Jetzt zahlen auch Kleinkunden drauf: Negativzinsen auf Franken-Einlagen bei der ZKB

Sollte es tatsächlich dazu kommen, sei es den Kunden möglich, bis zu 100.000 Franken pro Monat gebührenfrei abzuheben, erklärte die Bank in ihren Geschäftsbedingungen für private Konten für das Jahr 2013.

Jetzt zahlen auch Kleinkunden drauf: Negativzinsen auf Franken-Einlagen bei der ZKB

Der Schritt der ZKB kommt, nachdem bereits UBS AG und Credit Suisse Group AG, die beiden größten Banken der Schweiz, im vergangenen Monat angekündigt haben, Gebühren für Franken- Einlagen von institutionellen Finanz-Kunden zu verlangen.

SNB hält am Euro-Mindestkurs fest

Hintergrund für die Negativzinsen ist die Geldpolitik der SNB, die sich weiterhin gegen eine Aufwertung des Franken stemmt. "Eine Aufwertung des Frankens würde die Preisstabilität gefährden und hätte schwerwiegende Folgen für die Schweizer Wirtschaft", warnt Notenbank-Präsident Thomas Jordan immer wieder.

Solange die Krise nicht gelöst ist, muss die SNB immer damit rechnen, dass internationale Anleger in sichere Anlagen wie den Franken flüchten. Eine weitere Aufwertung ihrer Währung kann die Schweiz aber nicht zulassen. Der SNB bleibt nichts anderes übrig, als den vor gut einem Jahr eingeführten Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken weiterhin mit Devisenmarkt-Interventionen durchzusetzen.

Das schafft Verlustrisiken, die die SNB nach Jordans Worten aber eingehen muss. "Der Franken bleibt nach wie vor hoch bewertet", sagte Jordan. Auch höhere Zinsen, die angesichts des Immobilien-Booms in der Schweiz nötig wären, würden den Aufwertungsdruck auf den Franken verstärken. Ihren Zielzinssatz Dreimonats-Libor ließ die SNB unverändert bei null bis 0,25 Prozent.

2013, wenn auch die Euro-Zone wieder aus der Rezession herausfinden soll, dürfte das Bruttoinlandprodukt (BIP) der Schweiz wieder um 1,0 bis 1,5 Prozent wachsen, lautet die Prognose. "Für die Schweizer Wirtschaft bleiben die Abwärtsrisiken erheblich", sagte Jordan. Die Arbeitslosenquote dürfte weiter steigen. Derzeit ist die Quote mit 3,1 Prozent im internationalen Vergleich aber immer noch tief.

Kommt ein Strafzins?

Die Aufwertung der Schweizer Währung habe stärker auf das Preisniveau gedrückt als ursprünglich erwartet, erklärte Jordan. Zu Deutsch: In der Schweiz geht die Deflation um. Erst 2014 dürften die Preise wieder um 0,4 Prozent steigen. Oftmals wurde aufgrund der Franken-Stärke auf den Devisenmärkten spekuliert, ob die SNB im Extremfall mit Strafzinsen gegen den Zufluss ausländischer Gelder vorgehen könnte. Diese Option lässt sich der SNB-Chef weiter offen.

Für die ersten Kleinkunden düfte der Strafzins langsam aber sicher Realität werden...