"Der Franken ist deutlich überbewertet"

"Der Franken ist deutlich überbewertet"

David Marmet, Leiter der Abteilung Marktanalyse der Züricher Kantonalbank, sieht den Schweizer Franken nach der Aufhebung der Wechselkursbindung zum Euro deutlich überbewertet. Den fairen Wert der Schweizer Landeswährung schätzt der Volkswirt aktuell bei 1,25 Franken je Euro.

David Marmet, Leiter der Abteilung Marktanalyse Schweiz der Züricher Kantonalbank (ZKB), hat beruhigende Worte für die verunsicherten Franken-Kreditnehmer in Österreich und im Rest der Euro-Zone. “Nach der Aufhebung der Franken-Euro-Bindung ist die Schweizer Währung deutlich überbewertet. Aktuell sehen wir den fairen Wert des Franken im Sinne der Kaufkraftparität bei 1,25 Franken je Euro", erklärt der Volkswirt. Niemand solle sich jetzt verunsichern lassen, auch wenn der Franken kurzfristig gegenüber dem Euro weiterhin eher zur Stärke neigen wird, denn, wie Marmet erklärt: "Die Erwartung eines größeren EZB-Anleihenkaufprogramms und die Unsicherheiten über den Wahlausgang in Griechenland erhöhen die Nachfrage nach der Schweizer Landeswährung.”

Tendenziell sieht Marmet allerdings Nachteile auf die Schweizer Wirtschaft zukommen: “Wir befinden uns derzeit in einer Wachstumsdelle, die festgelegte Frankenuntergrenze von 1,20 Euro hatte die Inflation in ‘ruhigem Fahrwasser’ gehalten. Das hat sich durch die Aufhebung schlagartig geändert.” Auf diese Tatsache müsse sich die sehr stark auf Export und Tourismus ausgelegte Schweizer Wirtschaft erst einmal einstellen.

Moderate Renditeaussichten

Generell prognostiziert die Zürcher Kantonalbank für das Jahr 2015 moderate Renditeaussichten für Anleger. Die Tochter der drittgrößten Schweizer Bank sieht in Unternehmensanleihen sowie US-Aktien die besten Chancen auf Zuwächse. “Das heurige Jahr wird für Anleger sicher nicht einfach, die konjunkturelle Entwicklung verläuft regional sehr unterschiedlich. Dennoch gibt es natürlich auch Chancen”, erklärte Christian Nemeth, Leiter der Abteilung Asset Management der ZKB. “So bleiben die USA die treibende Kraft der Weltwirtschaft, hier sind wir auch für Aktien und Unternehmensanleihen positiv gestimmt.

Auch im Bereich Währungen spricht vieles für eine fortgesetzte Stärke des US-Dollar. Die Eurozone kämpft dagegen weiterhin mit einem schwachen Wirtschaftswachstum, der niedrige Ölpreis und eine offensive EZB sollten nach Einschätzung der ZKB helfen. Generell darf man sich aber nach drei sehr guten Aktienjahren nicht zu viel erwarten.“

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