Frankenkredit und Wechselkurs: Stresstest hilft dem Euro nicht

Die Hoffnung, dass der Euro durch das Ergebnis des EZB-Bankenstresstest gestärkt wird, hat sich zerschlagen. Die Hoffnung, dass der Euro durch das Ergebnis des EZB-Bankenstresstest gestärkt wird, hat sich zerschlagen. Wie es mit dem Franken weitergeht und was Kreditnehmer jetzt tun sollten.

Frankenkredit und Wechselkurs: Stresstest hilft dem Euro nicht

Fremdwährungskredite: Der Euro zieht weiter nicht an.

Der 26. Oktober 2014 war für zahlreiche Österreicher, die immer noch einen Schweizer-Franken-Kredit haben, ein wichtiger Stichtag. Das an diesem Sonntag bekannt gegebene Ergebnis des Banken-Stresstests der Europäischen Zentralbank könnte, hatten Optimisten gehofft, könnte dem Euro den lange ersehnten Schwung geben.

Wenige Tage nach nach der Veröffentlichung des Stresstests ist offensichtlich, dass der dünne Strohhalm, an den sich die Frankenkreditnehmer geklammert hatten, der harten Belastungsprobe nicht standgehalten hat. Der Wechselkurs zischen Euro und Franken (EUR/CHF) ist weiterhin bei dem von der Schweizer Nationalbank (SNB) festgelegten Untergrenze von 1,20 Euro einzementiert und es gibt kein Anzeichen einer Bewegung nach oben.

Wie relevant dieses Thema in Österreich ist zeigen die jüngsten Daten der Finanzmarktaufsicht FMA. Demnach halten die Österreicher immer noch Fremdwährungskredite im Volumen von 26,3 Milliarden Euro, und ein Umschulden in einen Euro-Kredit können sich nur die wenigsten leisten.

Was sollten nun Kreditnehmer tun? Zumindest eines ist sicher: Es ist nun nicht nötig, überhastete Entscheidungen zu treffen. Zumindest nicht, wenn der Kredit noch eine entsprechende Laufzeit hat. Die SNB wird die vor drei Jahren eingeführte Untergrenze des EUR/CHF Wechselkurs auch in der nächsten Zeit mit allen Mitteln verteidigen. Von der gelegentlich verbreiteten Meinung, die SNB könne das Limit aufweichen und es etwa jedes Jahr um einen Rappen absenken - womit im Jahr 2024 die Untergrenze von 1,10 Franken erreicht wäre - hat sich SNB Vizepräsident Fritz Zurbrügg erst vor wenigen Tagen deutlich distanziert. "Es gibt keine Diskussionen, wir werden mit der allergrößten Entschlossenheit sicherstellen, dass der Mindestkurs nicht infrage gestellt wird", erklärte dieser.

Euro bleibt weiter am Boden

Experten zum Leidwesen der Kreditnehmern allerdings auch in der nächsten Zeit nicht viel Bewegung nach oben. Der EUR/CHF Wechselkurs, der den Kreditnehmern das Leben schwer macht, wird sich noch eine ganze Weile in einem schmalen Band nur unwesentlich über dem Limit von 1,20 Euro bewegen. Die Prognosen der St. Galler Kantonalbank liegen sowohl für den Dreimonatshorizont als auch im Jahresausblick bei 1,225 Franken. Die SNB erwartet für 2015 ein Jahresmittel von 1,21 Franken

Zu Beginn des Jahres 2014 war der EUR/CHF Wechselkurs noch bei 1,239 Franken gelegen und dem Euro wurde ein Anstieg auf 1,28 bis 1,29 Franken prognostiziert. Davon will nun niemand mehr etwas wissen.

Kreditnehmer sollten aber dennoch nicht verzagen. Selbst wenn sich ihre Kreditschuld durch den schlechten Wechselkurs erhöht hat, haben sie die Verluste seither durch die Zinsersparnis gegenüber dem Euro zumindest großteils wettgemacht. Der einzige Rat, den Experten für Kreditnehmer haben, deren Kredite noch länger laufen, ist, damit zu beginnen, die zumeist endfälligen Kredite abzuzahlen und die Kreditschuld somit zu verringern. Rückzahlungen sollten allerdings auch nicht unbedingt bei einem Wechselkurs nahe bei 1,20 Franken erfolgen. Besser ist es, zumindest die nächste Erholungsphase abzuwarten.