Entspannung an der Franken-Front: Schweizerische Notenbank baut Euro-Bestände ab

Die SNB sitzt aber aufgrund der Interventionen gegen den starken Franken noch immer auf 174 Milliarden Euro.

Entspannung an der Franken-Front: Schweizerische Notenbank baut Euro-Bestände ab

Mit einem Anteil von 48 Prozent an den Devisenreserven von 430 Milliarden Franken blieb die Gemeinschaftswährung aber die mit Abstand größte Position, wie der am Mittwoch von der Notenbank veröffentlichten Halbjahresbilanz zu entnehmen ist. Die SNB sitzt damit weiterhin auf 174 Milliarden Euro.

Im Juni hatte die SNB sogar knapp 183 Milliarden oder 60 Prozent ihrer Devisenreserven in Euro gehalten, nachdem Käufe zur Verteidigung des Mindestkurses von 1,20 Franken die Euro-Bestände aufgebläht hatten.

Mehr als verdoppelt hat die Notenbank ihre Pfund-Anlagen: Sieben Prozent der Devisenreserven entfielen auf die britische Währung nach drei Prozent zum Halbjahr. Der Dollar-Anteil erhöhte sich auf 28 von 22 Prozent und der Yen kam auf neun nach acht Prozent.

Gewinnrückgang im dritten Quartal

Der Gewinn der SNB ging im dritten Quartal um 37 Prozent zurück. Geringere Erträge bei den Fremdwährungspositionen und Goldbeständen der Notenbank drückten das Ergebnis.

Der Gewinn lag bei 10,4 Mrd. Franken (8,6 Mrd. Euro), wie die SNB in Zürich am Mittwoch per E-Mail mitteilte. In der Vorjahresperiode hatte die Notenbank noch einen Gewinn von 16,6 Mrd. Franken erzielt.

Der Beitrag der Fremdwährungspositionen lag der Mitteilung zufolge bei 5,21 Mrd. Franken, verglichen mit 10,2 Mrd. Franken ein Jahr zuvor. Mit dem Goldbestand verdiente die SNB 4,96 Mrd. Franken, nach 6,54 Mrd. Franken im dritten Quartal 2011.

“Das Ergebnis der SNB ist überwiegend von der Entwicklung der Gold-, Devisen- und Kapitalmärkte abhängig”, erklärte die Zentralbank in der Mitteilung. “Starke Schwankungen sind deshalb die Regel und Rückschlüsse auf das Jahresergebnis nur bedingt möglich.”

Um ihre im September 2011 festgelegte Untergrenze für den Eurokurs von 1,20 Franken zu verteidigen, muss die SNB Fremdwährungen kaufen. Am 13. Oktober erklärte SNB-Präsident, die Zentralbank werde diesen Mindestkurs “weiterhin mit aller Konsequenz” durchsetzen.

Für die ersten neun Monate des Jahres wies die SNB einen Gewinn von 16,9 Mrd. Franken aus, nach 5,83 Mrd. Franken im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Die Erträge aus Devisenpositionen legten von 322,1 Mio. Franken auf 10,3 Mrd. Franken zu, bei den Goldbeständen stieg der Gewinn von 4,99 Mrd. Franken auf 6,22 Mrd. Franken.