Entspannung beim Franken – Euro steigt auf 13-Monats-Hoch

Die Einheitswährung erreichte mit Kursen bei 1,24 Franken den höchsten Stand seit Anfang Dezember 2011. Hintergrund ist die Entspannung in der Euro-Schuldenkrise und die dementsprechend steigende Risikoneigung.

Entspannung beim Franken – Euro steigt auf 13-Monats-Hoch

Lange Zeit war der Euro auf dem Devisenmarkt lediglich 1,20 Franken wert und auf dem Höhepunkt der Euro-Schuldenkrise im Sommer 2011 sank die Einheitswährung bis auf einen Franken. Die Schweizerische Nationalbank (SNB) setzte als Antwort auf die Krise im September 2011 einen Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken fest und verteidigte ihn mit milliardenschweren Interventionen auf dem Devisenmarkt.

Inzwischen gilt die Schuldenkrise als weniger bedrohlich und die Flucht internationaler Anleger in den sicheren Hafen Schweiz ist zum Stillstand gekommen. Devisenexperten der Großbank Credit Suisse machten sogar Anzeichen für erste kleine Kapitalflüsse zurück in die Eurozone aus. Hält das an, könnte der Euro noch weiter zulegen. Bei 1,25 Franken dürfte aber nach Einschätzung von Devisenhändlern zuerst einmal Schluss sein. Die Entwicklung bei den Devisenoptionen deute darauf hin, dass der Markt vorerst nicht mit höheren Eurokurs rechne, sagte ein Optionenhändler.

Freuen kann sich auch die Schweizerische Nationalbank (SNB). Sie musste allein im letzten Jahr für fast 175 Milliarden Franken Euro im kaufen, um ein Abgleiten der Einheitswährung unter 1,20 zu verhindern. Die Devisenreserven der Schweiz liegen inzwischen bei mehr als 400 Milliarden Franken oder 70 Prozent des Bruttoinlandprodukts. Wenn der Euro weiter steigen sollte, kann die SNB einen schrittweisen Verkauf ihrer Devisen ins Auge fassen - und dabei noch einen Gewinn einstreichen. Eilig dürften es die Schweizer Währungshüter damit aber nicht haben.

Franken noch immer deutlich zu teuer

Die SNB hält den Franken immer noch für stark überbewertet, wie sie immer wieder betont. Sie werde die nun einsetzenden Aufwertung des Euro, der eine Abwertung des Frankens impliziert, mit Sicherheit nicht beenden wollen, erklärten Devisenexperten der Commerzbank. Am späten Dienstagnachmittag notierte der Euro bei 1,2390 Franken.

Für Franken-Kreditnehmer, die sich von den Kovertierungs-Angeboten der Banken nicht einlullen haben lassen, ist die aktuelle Situation natürlich auch Wasser auf ihre Geduldsmühlen. Es beweist sich also, dass sich langfristig alle übertriebenen Marktentwicklungen wieder umkehren. Wer also lang laufende Kredit-Verträge hat, kann weiter ruhigen Gewissens Franken-Schuldner bleiben. Denn auch bei den Tilgungsträgern scheint ja immer öfter die Sonne. Dafür sorgen die steigenden Kurse an den Börsen schon seit Monaten.