"Die SNB hat nicht die Aufgabe, Banken zu retten"

"Die SNB hat nicht die Aufgabe, Banken zu retten"

Der Steuerdeal der Schweiz mit den USA könnte laut SNB zu hohen Bußen führen, die kleinere Schweizer Banken in den Ruin treiben.

"Die Nationalbank hat nicht die Aufgabe, Banken zu retten", sagte er im Interview mit der Zeitung "Schweiz am Sonntag". Sie habe die Aufgabe zur Systemstabilität beizutragen.

2008 hatte die SNB mitgeholfen die systemrelevante UBS vor der Insolvenz zu retten. Bei kleineren Finanzinstituten sieht die Lage anders aus. Die Aufgabe der Nationalbank sei klar: "Wir müssen zur Systemstabilität beitragen", sagte Jordan.

Am Mittwoch hatte Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf die Vorlage zur Lösung des seit mehreren Jahren schwelenden Steuerstreits zwischen der Schweiz und den USA präsentiert. Die USA bieten darin den Banken an, sich mit Datenlieferungen und Zahlungen freizukaufen. Zusätzlich werden hohe Bußen für die Schweizer Institute erwartet.

Dass wegen der Vorlage und dem Auflösen Bankgeheimnisses Gelder abfließen, lässt Jordan offen. Dies sei noch nicht abschließend beurteilbar, sagte er. Ob die Institute die Kundengelder halten können, sei abhängig davon, wie gut es den Banken gelinge, attraktive neue Dienstleistungen anzubieten.

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Jordan äußerte sich auch zum Schweizer Hypothekenmarkt und der Einführung des antizyklischen Eigenkapitalpuffers. Durch die Einführung sei bei bestimmten Banken eine Verhaltensänderung eingetreten. Die erwünschte Abflachung der Dynamik sei allerdings noch ungenügend, so Jordan.

Ein großes Risiko sei der Anteil an Hypotheken, die an Personen vergeben werden, welche an der Grenze ihrer finanziellen Möglichkeiten seien. Nur geringe Preis- oder Zinsänderungen stellen diese Haushalte vor Probleme. "Es ist ein recht beachtlicher Teil der neue vergebenen Hypotheken, die zu dieser Gruppe gehört", führt Jordan aus.

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