"Die SNB besitzt ein unbegrenztes Arsenal, um Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken zu verteidigen"

"Die SNB besitzt ein unbegrenztes Arsenal, um Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken zu verteidigen"

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) wird den Euro zum Franken nicht so schnell unter den im vergangenen Jahr festgesetzten Mindestkurs fallen lassen.

Grund seien die Kosten für die schweizerische Wirtschaft, die ein solcher Schritt mit sich bringen würde, schrieb George Saravelos, Stratege der Deutschen Bank. "Die SNB besitzt ein unbegrenztes Arsenal, um den Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken zu verteidigen. Die einzige Restriktion stellt ihre Bereitschaft dar, die Zentralbankbilanz auszuweiten", erklärt Saravelos.

Sollte die SNB die Untergrenze aufgeben, würde der Franken innerhalb weniger Tage um 20 Prozent bis 25 Prozent aufwerten, erwartet die Deutsche Bank. Die Wirtschaft des Landes würde dann in Zeiten einer globalen makroökonomischen Verschlechterung einen deflationären Schock erleiden.

Sollte der Kapitalfluss in die Schweiz beschleunigen, könne die SNB ihn mit drei verschiedenen Schritten begrenzen: Negative Zinsen, standortbezogene Kapitalverkehrskontrollen und andere Kapitalverkehrskontrollen, wie unverzinste Mindestreservepflichten bei Devisenpositionen.

Über den Mindestkurs des Euro zum Franken sagte SNB-
Vize Jean-Pierre Danthine: “Das Ziel des Mindestkurses ist es, in einem Nullzinsumfeld schlimmste Entwicklungen abzuwenden. Er gibt jedoch nicht auf jegliche Herausforderung der Schweizer Wirtschaft eine Antwort und ist auch nicht einfach und risikolos für jedes gewünschte Niveau umsetzbar”. Auch weiterhin werde der Mindestkurs aber entschlossen von der SNB verteidigt, sicherte Danthine zu.

Der Mindestkurs habe die mit der massiven Überbewertung der Währung verbundenen Deflations- und Rezessionsrisiken reduziert.
Er entspreche “voll und ganz” dem Mandat der SNB. “Zudem gibt es in der Schweiz auf absehbare Zeit keine Inflationsrisiken”, sagte der 61-jährige Danthine.

Agenturen/hahn

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