"Die SNB muss nicht mehr intervenieren"

"Die SNB muss nicht mehr intervenieren"

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat am Donnerstag ihre im Herbst 2011 festgesetzte Kursuntergrenze für den Euro bestätigt und will die Gemeinschaftswährung nicht unter 1,20 Franken sinken lassen.

Die Währungshüter bekräftigten ihren Willen, unbeschränkt Devisen zu kaufen, um das durchzusetzen. Die Notenbank ließ das Zielband für ihren Referenzzins Dreimonats-Libor unverändert bei null bis 0,25 Prozent.

Volkswirte kommentieren die Zinsentscheidung wie folgt:

MARTIN HÜFNER, ASSENAGON ASSET MANAGEMENT

"Wie erwartet. Die Wachstumsperspektiven haben sich verschlechtert.

Die SNB wäre schlecht beraten, wenn sie ihr Mindestkursziel ändern würde, nachdem sie es so lange mit so viel Schmerz und Geld durchgehalten hat.

Die Lage hat sich für die SNB verbessert, da sich die Euro-Krise etwas entspannt hat. Die SNB muss nicht mehr intervenieren

Weitere Massnahmen sind nicht notwendig. Die Lage hat sich verbessert. Ein QE-Programm betreibt die SNB über die Devisenkäufe und die Zinsen sind ganz unten. Auch Negativzinsen sind nicht notwendig, da der Druck durch den Geldzufluss nachgelassen hat."

DANIEL HARTMANN, BANTLEON

Erwartungsgemäss behielten die Währungshüter der Schweizerischen Nationalbank ihre sehr expansive Ausrichtung bei. Insbesondere wurde an der Verteidigung des Wechselkursziels ohne Abstriche festgehalten. Es besteht auch kein Grund etwas an dem expansiven Kurs zu ändern. So ist die auffallendste Entwicklung seit Jahresbeginn, dass die SNB ihre Inflationsprognose für 2013 kontinuierlich nach unten korrigieren musste. Mittlerweile wird für das kommende Jahr sogar eine rückläufige Teuerung vorhergesagt (-0,1 Prozent). Anfang 2012 ging die SNB noch von +0,4 Prozent aus. Eine leichte Überraschung stellt die vergleichsweise optimistische Wachstumsprognose für 2013 dar. Mit +1,0 Prozent bis 1,5 Prozent platzieren sich die Währungshüter oberhalb der aktuellen Konsensusschätzung (1,1 Prozent).

Die SNB unterstellt damit für das kommende Jahr ein durchschnittliches Quartalswachstum von ca. +0,4 Prozent. Offensichtlich geht sie neben einer robusten Binnennachfrage auch von einem soliden Exportwachstum aus. Dies steht in gewissem Widerspruch zu den verbalen Ausführungen. Hier warnt die Notenbank primär vor den weltwirtschaftlichen Risiken. Unser Wachstumsausblick für 2013 ist etwas vorsichtiger (+0,8 Prozent wegen einer schwachen Exportentwicklung). Umgekehrt rechnen wir bei der Teuerung im Jahr 2013 mit einem leichten Plus (+0,1 Prozent). Die Disinflationseffekte aus der kräftigen Frankenaufwertung im Jahr 2011 sollten deutlich nachlassen.

CORNELIA LUCHSINGER, ZKB:

Keine Überraschungen trotz der grassierenden Gerüchte im Vorfeld des heutigen Treffens. Wie erwartet sind die Inflationsaussichten etwas gemässigter. Angesichts der Tatsache, dass die Konsumentenpreise in der Schweiz in den vergangenen Monaten im leicht deflationärem Bereich lagen, ist das nicht überraschend.

Die Wachstumsprognose von einem bis 1,5 Prozent vergleicht sich mit unserer Schätzung von einem Prozent und ist sicher ein positives Signal.

Die Formulierung zum Wohnungsmarkt und zu den Hypothekar-Krediten könnte als Vorbereitung interpretiert werden, irgendwann den antizyklischen Puffer auszuüben, obwohl ich nicht denke, dass unmittelbar etwas geplant ist. Die Formulierung der SNB deutet darauf hin, dass sie bezüglich der Immobilien-Blase überhaupt nicht entspannter ist als beim September-Treffen.

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