Die Schweizer Nationalbank hält an der Franken-Deckelung fest

Die Schweizer Nationalbank hält an der Franken-Deckelung fest

Die Schweizer Nationalbank (SNB) hält am Mindestkurs des Euro gegenüber dem Franken auch weiterhin fest. Der seit 2011 gültige Mindestkurs von 1,20 Franken je Euro gilt den eidgenössischen Währungshütern als unerlässlicher Schutz vor den wirtschaftlichen Problemen des Euroraums.

Die SNB sieht die Wirtschafts- und Finanzkrise noch nicht überwunden. "An den globalen Finanzmärkten können jederzeit erneute Anspannungen auftreten", sagte der Präsident der Schweizerischen Nationalbank, Thomas Jordan am Donnerstag bei der Vorstellung der neuen geldpolitischen Lagebeurteilung. Es sei nicht auszuschließen, dass die Konjunktur weltweit an Schwung verliere.

Das könnte eine neue Fluchtwelle internationaler Anleger in den sicheren Franken-Hafen auslösen und die Schweizer Währung unter Aufwertungsdruck setzen. Es würde die Preisstabilität gefährden und die vom Export abhängige Schweizer Wirtschaft belasten, sagte Jordan. Die SNB halte daher unverändert am Mindestkurs von 1,20 Franken pro Euro fest. Zurzeit hat die SNB mit Euro-Kursen von rund 1,23 Franken in dieser Hinsicht keine Probleme.

Das Zielband für den Leitzins (Dreimonats-Libor) ließ die SNB unverändert bei null bis 0,25 Prozent. Das Wirtschaftswachstum in der Schweiz dürfte sich nach SNB-Einschätzung im zweiten Quartal spürbar abschwächen nach hohen 2,3 Prozent in den ersten drei Monaten. Wie schon in der Märzprognose rechneten die Währungshüter für das ganze Jahr mit einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) zwischen 1,0 bis 1,5 Prozent. Inflationsprobleme erwarten die Währungshüter keine. Dieses Jahr dürften die Verbraucherpreise um 0,3 Prozent sinken und in den beiden Jahren danach um 0,2 und dann um 0,7 Prozent steigen.

Sorgenkind Immobilienmarkt

Sorgen macht der SNB der boomende Schweizer Immobilienmarkt. Angesichts der außerordentlich tiefen Zinsen bestehe die Gefahr, dass die Ungleichgewichte am Hypotheken und Häusermarkt zunehmen. Das würde mittelfristig die Wahrscheinlichkeit einer Preiskorrektur erhöhen und deren Folgen verschärfen, sagte SNB-Vizepräsident Jean-Pierre Danthine. Die Immobilienpreise seien in den letzten Jahren stärker gestiegen "als es wirtschaftliche Fundamentalfaktoren erklären können".

Die Banken sollten bei der Vergabe von Wohnbau-Hypotheken vorsichtiger werden, mahnte Danthine und verzichtete auch nicht mit einem Wink mit dem Zaunpfahl. Die SNB prüfe regelmäßig, ob eine Anpassung des antizyklischen Kapitalpuffers notwendig sei, die Banken also mehr Eigenkapital für Hypotheken halten müssten.

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