"Der Euro-Mindestkurs ist eine Extremmaßnahme"

"Der Euro-Mindestkurs ist eine Extremmaßnahme"

Die SNB hatte im September 2011 einen Mindestkurs der Landeswährung zum Euro eingeführt, nachdem er Franken auf einen Rekord zur Gemeinschaftswährung geklettert war.

“Der Mindestkurs hat in der breiten Öffentlichkeit und in der Politik Unterstützung gefunden”, erklärte Zurbrügg in Luzern. “Er muss aber als Extremmaßnahme verstanden werden. Er kann nicht sämtliche Probleme der Schweizer Wirtschaft lösen und birgt auch beträchtliche Risiken.”

Zurbrügg ging zwar nicht weiter auf spezifische Gefahren ein, verwies jedoch auf eine Rede von SNB-Präsident Thomas Jordan am 27. April, in der dieser mit Blick auf die Franken- Obergrenze vor einem sehr deutlichen Anstieg der Fremdwährungsreserven gewarnt hatte.

Euro auf Halde

Seit der Einführung des Mindestkurses hat die Notenbank Auslandswährungen in nie dagewesenem Umfang angehäuft, um ihn zu verteidigen. Im vergangenen Monat gingen die Reserven zwar leicht zurück - sie entsprechen aber immer noch fast 70 Prozent des Schweizer Bruttoinlandsprodukts.

“Die übermäßige Frankenaufwertung ist ein monetäres Problem, weil sie deflationäre Risiken birgt”, erklärte Zurbrügg in der Rede an der Luzerner Universität, von der er am 8. November die Ehrendoktor-Würde erhalten hatte.

Die Preisstabilität in der Schweiz sei “in den nächsten Jahren nicht gefährdet”, erläuterte er mit Blick auf die Inflationsprognose der SNB. “Bei Abklingen der Krise sind die Zentralbanken jedoch gefordert, die Geldpolitik rechtzeitig zu normalisieren und die Liquidität wieder zurückzunehmen.”

“Das Mandat der SNB besteht darin, die Preisstabilität zu gewährleisten und dabei der konjunkturellen Entwicklung Rechnung zu tragen”, sagte Zurbrügg. “Wir werden auch in Zukunft alles daran setzen, dieses Mandat zu erfüllen.”

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