"Das Handeln der SNB hat mit Währungsmanipulation nichts zu tun"

"Das Handeln der SNB hat mit Währungsmanipulation nichts zu tun"

Es wäre ein großes Risiko für die Schweiz, wenn die SNB Schulden von Krisenländern aufkaufen würde. Die Ratingagentur Standard & Poor's hatte Anfang der Woche einen Bericht veröffentlicht, in dem sie behauptete, die SNB habe dieses Jahr für 80 Mrd. Euro Anleihen von soliden Ländern Deutschland, Frankreich, Österreich, Finnland und der Niederlande gekauft.

Weil dadurch die Zinsen für diese Länder sinken, während die Zinsen für krisengeplagte Länder wie Spanien oder Italien steigen, verschärft die SNB laut dem Bericht die Ungleichgewichte in Europa. Die SNB hat die Zahl von 80 Mrd. Euro allerdings als unfundiert zurückgewiesen.

Nach Blattners Ansicht haben sich allenfalls bestehende Kräfte verstärkt: "Dass gleichzeitig die Kurse der Obligationen stark verschuldeter Euro-Länder sanken und die Renditen stiegen, ist Folge einer schon vorher beobachteten Umschichtung in Richtung besserer Schuldner", sagte der frühere Nationalbank-Vize in einem Interview mit der "Zentralschweiz am Sonntag".

"Das Handeln der SNB hat mit Währungsmanipulation nichts zu tun". Zur Verteidigung der Kursuntergrenze bei 1,20 Franken für einen Euro müsse die SNB hohe Risiken auf sich nehmen.

Kein Stimmungsumschwung

Der Bericht von Standard & Poor's bedeutet laut Blattner indessen keinen Stimmungsumschwung zuungunsten der Schweiz und der SNB. Das Ausland akzeptiere die Untergrenze-Politik.

Sollte sich die Eurokrise aber weiter verschärfen und große Länder auf den Devisenmärkten intervenieren, um ihre Währungen abzuwerten, würde dies auch die Schweiz betreffen. Dann könnte sich laut Blattner eine Front gegen die SNB bilden.

Blattner, der 2003 bis 2007 Vizepräsident der SNB gewesen war, sieht die Schweiz trotz Frankenstärke immer noch in einer robusten Lage. "Die gemäßigte Preis- und Lohnentwicklung, die in Schranken gehaltene Steuerbelastung und die hohe Verfügbarkeit von gut ausgebildeten Arbeitskräften erlaubte es der Schweiz bisher, die ursprünglichen Aufwertungsschäden abzubauen."

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